Faszienwunder: Yin Yoga

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Yin Yoga wirkt heilend auf das Bindegewebe. Das konnte eine US-amerikanische Studie zumindest für Ratten und Zellkulturen nachweisen:

„Ratten, die täglich Yin-Yoga-inspirierte Übungen machen mussten, haben sich deutlich schneller von einer Entzündung im Rücken erholt als ihre passiven Artgenossen”, erklärt der deutsche Faszienforscher Dr. Robert Schleip (siehe Interview in Ausgabe 33).

Wie man die Ratten dazu gebracht hat, Yoga zu üben? Wir wissen es nicht. Sicher ist nur, dass auch eine anti-fibrotische Wirkung der langen, sanften Dehnungen auf das Bindegewebe belegt wurde. Also: anti-verklebend, anti-verfilzend und Elastizität bringend.

Faszienforscher wie Schleip nutzen die Begriffe „Faszie“ und „Bindegewebe“ inzwischen synonym. Ihre Vision ist der wissenschaftliche Beleg, dass in einem gesunden Körper nicht das Skelett das tragende Gerüst ist, sondern das den gesamten Körper durchziehende, komplett vernetzte Fasziensystem.

„Unsere Körperfaszie ist wie eine alles umfassende Damenstrumpfhose“, erklärt Schleip. „Kleine Traumata führen zu Laufmaschen, also kleinen Rissen, die zwar gestopft werden können, aber Narben hinterlassen. So nimmt die Elastizität ab.“ Ein gesunder Faszienkörper hingegen sei stark und federnd. „Dynamische Dehnungen regen die Fibroblasten an, wieder eine jugendliche Architektur auszubilden“, erklärt Schleip. „Innerhalb von 3 bis 24 Monaten baut sich ein sprödes Faszien­netzwerk um in einen widerstandsfähigen, elastischen Faszienkörper.“


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