Andreas Loh über Tala Yoga

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Andreas, was ist Tala Yoga und warum hast du dieses Übungskonzept entwickelt?
Shri K. Pattabhi Jois sagt: „If breathcontrol is correct, mindcontrol is possible“. Daher begann ich vor 10 Jahren, mit einem Metronom Yoga zu üben. Dabei erkannte ich, dass die Qualität der Atmung besonders von zwei Faktoren abhängt: vom Schwierigkeitsgrad der Position und von der Länge der auszuführenden Bewegung. Basierend auf dieser Erkenntnis reifte die Idee zu Tala Yoga. Der Begriff „Tala“ kommt aus dem Sanskrit und bedeutet „Rhythmus, rhythmisches Muster“ oder „musikalische Zeit“. Die Praxis ist so konzipiert, dass es möglich ist, stets ruhig und gleichmäßig zu atmen – unabhängig davon, ob eine lange oder kurze Bewegung bzw. eine leichte oder schwere Position ausgeführt wird.

Was ist das Besondere an Tala Yoga?
Die Tala-Yogapraxis wird zu einer eigens von mir komponierten Musik ausgeführt. Sie ist die Grundlage für eine gleichmäßige Atmung. Durch die achtsame Beobachtung des Atems kann der Übende ganz im Moment ankommen und es entstehen innere Ruhe und Gelassenheit. Es geht nicht darum, welche Haltungen geübt werden, sondern einzig und allein darum, wie sie geübt werden. Daher sind die Asana-Serien so aufgebaut, dass die Atmung gleichmäßig fließen kann. Wenn der Fokus auf die Atmung gerichtet ist, entsteht Achtsamkeit. Diese Achtsamkeit ist die Grundlage für die Qualität einer jeden Asana.

Warum werden Körper, Atmung und Geist durch deine Musik besonders effektiv beruhigt?
Die Musik ist im Tempo des natürlichen Ruhepulses des Menschen komponiert. Diesen Puls nehmen wir als ersten Höreindruck als Fötus im Mutterleib wahr. Der Atem und die Bewegung werden beim Tala Yoga immer harmonisch in diesem Puls ausgeführt. Das fördert die Aufmerksamkeit und führt zu einer wachen, klaren inneren Ruhe. Es ist erwiesen, dass Musik in diesem Tempo das Entstehen von
Thetawellen im Gehirn fördert. Im Bereich der Thetawellen können Entspannung, Meditation und Kreativität besonders gut gedeihen.

Du begleitest auch Yogastunden anderer LehrerInnen live am Klavier. Was reizt dich daran?
Musik ist weit mehr als nur gut organisierter Klang, sie kann als spirituelles Instrument genutzt werden. Daher möchte ich durch meine Musik die Yogaübenden darin unterstützen, nach innen zu lauschen. Auch liebe ich die Interaktion, die zwischen mir, dem Lehrer und den Übenden entsteht. Im Zusammenspiel meiner Musik und der Bewegung der Gruppe entstehen magische Momente. Die Welt erscheint uns oft chaotisch. Doch ich bin davon überzeugt, dass alles Sein aus einer Harmonie, einem Einklang entstammt und selbst wenn es mal unharmonisch und chaotisch ist, alles immer wieder zur Harmonie hinstrebt. //


Andreas Loh studierte Schlagzeug und Klavier an der Musikhochschule in Leipzig. Zurzeit lebt Andreas in Berlin. Er komponiert Instrumentalmusik sowie Yoga Talas und gibt europaweit Yogaworkshops, Retreats, Ausbildungen und Konzerte.