4 Übungen für mehr Shakti-Präsenz

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Shakti bedeutet Kraft, Macht oder Energie.Sie wird als die Quelle sowohl der Materie als auch der physikalischen Energie, im Grunde also jeglicher Erscheinung, angesehen. Ihr Tanz ist der Tanz des Kosmos. Shakti ist auch die allen Formen des Lebens innewohnende schöpferische Urkraft, jene Lebensenergie, die den Fluss erst fließen lässt, die Sie atmen lässt, Ihr Herz zum Schlagen bringt, Ihre Muskeln formt und Ihre Neuronen befeuert. In diesem engeren Sinn von körperlicher Lebensenergie wird im Yoga auch häufig der Begriff Prana verwendet.

VIER EINFACHE ÜBUNGEN, UM DIE PRÄSENZ VON SHAKTI WAHRNEHMEN ZU LERNEN:

1. Halten Sie die Handflächen in einem Abstand von 5 bis 8 Zentimetern zueinander und spüren Sie die Energie dazwischen. Dann vergrößern Sie den Abstand um einige Zentimeter, halten das Gespür für die verbindende Kraft aber aufrecht. Sobald Sie die Verbindung verlieren, nähern Sie die Hände einander wieder an und nehmen den Kontakt erneut auf.

2. Richten Sie die Aufmerksamkeit auf Ihr Herz. Atmen Sie tief ein und aus und stellen Sie sich vor, dass der Atem durch das Herz hindurchströmt und auf der Körperrückseite wieder austritt. Dann machen Sie sich die subtile Energie hinter Ihnen bewusst. Sie stützt Sie wie eine Rückenlehne. Nehmen Sie diese energetische Stütze an, als ob Sie sich daran anlehnen würden. Spüren Sie, wie die Energie um Sie herum fließt und Sie von allen Seiten umhüllt. Atmen Sie langsam und tief ein und lenken Sie diese Energie an Stellen in Ihrem Körper, die sich verspannt oder blockiert anfühlen. Erkennen Sie, dass Sie pure Shakti atmen.

3. Machen Sie sich die Gegend um das untere Ende der Wirbelsäule bewusst. Spüren Sie die Präsenz eines subtilen Energiekanals, der von dieser Basis aus durch die Körpermitte bis zur Krone an der Schädeldecke verläuft. Nutzen Sie den Atem, um die Aufmerksamkeit von der Wurzel zum Herz hinauf aufsteigen zu lassen, dann vom Herzen zur Schädeldecke und wieder zurück. Machen Sie sich bewusst, dass es sich um eine sich bündelnde Wahrnehmung von Energie handelt, die sich in diesem inneren Kanal bewegt. Sie können diese Energie als eine Art Ausdehnung empfinden, als Kribbeln oder als ein feines Gefühl von Elektrizität. Es handelt sich in jedem Fall um Shakti.

4.  Richten Sie während der Asana-Praxis die Aufmerksamkeit auf den Fluss des Atems. Lenken Sie den Fokus sanft in die Mitte des Körpers, zu dem subtilen Energiekanal, der vom unteren Ende der Wirbelsäule zum Herzen verläuft. Während der weiteren Übungen werden Sie dort vielleicht feine körperliche oder energetische Empfindungen wahrnehmen können, zum Beispiel Schauer, ein Gefühl von Ausdehnung, Hitze, Leichtigkeit oder Schwere, vielleicht sogar den Herzschlag. Auch zum Ende Ihrer Praxis, bei der Entspannung in Shavasana (Totenstellung), treten diese Empfindungen nicht selten auf, denn die subtile Wahrnehmung fällt leichter, wenn der Körper ruht.


Den gesamten Artikel Wunderbare Shakti” von unserer Autorin Sally Kempton finden Sie im Heft 34.