Maya Fiennes über den eigenen Weg

105

Maya Fiennes galt lange Zeit als prominentes Aushängeschild des Kundalini Yoga. Inzwischen geht sie
bewusst auch eigene Wege. Wir sprachen mit der international bekannten Yogalehrerin.

Worin liegt aus deiner Sicht der größte Schatz, den Kundalini Yoga zu bieten hat?
Kundalini schenkt den Übenden eine Öffnung und ein Verständnis ihrer eigenen Energie. Man erfährt, wie die Energie durch einen hindurchfließt, um ein gesünderes, glücklicheres Leben zu ermöglichen, das die Magie an jedem einzelnen Tag auf den Plan ruft.

Stimmt es, dass du ausgehend von Kundalini Yoga nach Yogi Bhajan mehr und mehr deinen eigenen Stil entwickelst?
Ja, ich habe einen eigenen Stil entwickelt, bei dem ich Musik verwende, um die Erfahrung zu verstärken. Als ausgebildete Musikerin und Yogalehrerin verstehe ich ganz gut, wie man mithilfe einer Kombination von Klang und Yoga energetische Blockaden im Körper lösen kann.

Worauf kommt es dir dabei vor allem an?
Ich liebe es, wenn ich direkte Ergebnisse sehe und Menschen helfen kann, sich besser zu fühlen. So begann ich nachzuforschen und meine eigenen Fähigkeiten in Verbindung mit den Werkzeugen von Yoga, Qigong und Klang einzusetzen. Aus dieser Kombination entstand „Mayas Yoga for Real Life“.

So lautet auch der Titel deines Buches. Wie sieht denn eine sinnvolle Verbindung zwischen Yogapraxis und „wahrem Leben“ aus?
Ich habe das Buch „Yoga for Real Life“ vor allem geschrieben, um Menschen bei ihren ganz alltäglichen Herausforderungen zu helfen. Das Problem ist ja oft: Kleinigkeiten, die einen irritieren, werden irgendwann zu riesigen Hindernissen, wenn man sich ihnen nicht stellt. Ich zeige, wie man diesen Momenten von Angst, Panik und Sorge, die wir alle kennen, mithilfe eines „Quick-Fix“ begegnen kann, um die Probleme gering zu halten.

Und was hast du weiter vor?
Ich entwickle mein Yogakonzept ständig weiter und setze immer wieder neue Ideen um. Erst kürzlich habe ich ein Verfahren entwickelt, um das Wohlbefinden meiner Schüler evaluieren zu können. Demnächst wird es dann eine App mit einem 14-Tage-Selbstheilungsprogramm geben. Der Hintergrund dafür ist: Ich arbeite jetzt schon so viele Jahre mit Menschen, dass ich gelernt habe, die Kluft zu erkennen, die sich häufig zwischen den spirituellen, mentalen, körperlichen und emotionalen Ebenen auftut. Mir geht es darum, meinen Schülern zu helfen, diese verschiedenen Elemente wieder miteinander zu verbinden und eine Harmonie herzustellen.

Unterrichtest du überhaupt noch die von Yogi Bhajan gelehrten Sequenzen?
Ja, das tue ich.

Bevor du Yogalehrerin wurdest, warst du Konzertpianistin. Könnte man sagen, dass das Unterrichten einer Sequenz von Yogi Bhajan so ist, wie wenn du das Klavierkonzert eines berühmten Komponisten aufführst, während du mit „Mayas Yoga“ deine eigene Melodie spielst?
Das ist eine schöne Art, es zu beschreiben – genauso fühlt es sich an. Ich sage oft, dass ich nicht nur Musik komponiere, sondern auch Yogastunden.


Mehr zu Kundalini Yoga erfahren Sie im Heft 03/2015.

Infos zu Maya Fiennes gibt es unter www.mayaspace.com