Klangkünstler: Yoga und Musik

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Für die exklusive Übungs-DVD „Ayurveda Flow“, die unserem Sonderheft „DEIN YOGA“ beiliegt, hat Andreas Ruhula einen Großteil der Musik produziert. Wir sprachen mit ihm über Musik als Übermittler von Information während der Yogapraxis.

Andreas, du unterrichtest forderndes Hatha Yoga im Vinyasa-Stil. Wie wichtig ist dir Musik im Unterricht?
Musik wirkt auf unterschiedlichen Ebenen im Yogaunterricht. Sie kann dich motivieren, beruhigen und dir in den richtigen Momenten einen entscheidenden Impuls geben. Für mich ist Musik im Unterricht ein Ausdruck von Bhakti Yoga, ein direkter Bezug zu den Emotionen. Unser Körper ist einem Musikinstrument ähnlich, dessen Resonanzkörper durch den Schallimpuls mitschwingt. So geht der Weg über den Körper hin zu den Emotionen und schließlich zu unseren Gedanken. Wenn man sich als Yogalehrer mit Musik auseinandersetzt, hat das auch zur Folge, dass man sich tiefer mit der Materie beschäftigt. Das Hören von Liedern regt beim Zusammenstellen einer Playlist die eigene Kreativität an, was sich wiederum auf den Unterricht auswirkt. Insofern hat Musik einen großen Anteil an meinem Unterricht, was aber auch heißt, dass ich sie manchmal bewusst im Hintergrund halte oder gar keine spiele. Stille hat ihren eigenen Klang.

Wann und warum hast du angefangen, dich so intensiv mit der Kombination von Yoga und Musik auseinanderzusetzen?
Ich bin durch meine Eltern, die in den 1970er-Jahren einen der ersten Clubs – damals sagte man noch Diskothek (lacht), im Rhein-Main-Gebiet hatten – sehr früh mit Musik in Verbindung gekommen. Langspielplatten und Singles waren Bestandteil unseres Mobiliars. Musik ist Kunst, Yoga ist Kunst, das Leben an sich ist Kunst. Insofern bilden Musik, Klang, Expression und Yoga eine perfekte Symbiose. In der heutigen Zeit bietet uns die digitale Technik viele Werkzeuge, um dieses Spiel auszudehnen. Viele meiner gekauften Tracks habe ich nachbearbeitet, verlängert oder gekürzt und auf den Punkt geschnitten.
Man kann zum Beispiel House-Musik mit einer Geschwindigkeit von 120 Beats pro Minute wunderbar nutzen, um Sonnengrüße atemsynchron zu unterrichten, also in Sama-vritti, wobei die Einatmung genauso lang ist wie die Ausatmung. Wenn ich also genau weiß, wie ich meinen Sonnengruß unterrichte, wie lang er ist, kann ich die Musik auf den Punkt schneiden. Man wird also alleine durch das intensive Arbeiten mit der Musik zu seinem eigenen DJ und Remixer. Diesen Aspekt unterrichte ich unter anderem auch in unserem Teacher Training und auf speziellen Workshops.
Für dich ist Klang ein Übermittler von Information. Was meinst du damit in Bezug auf Yoga und Musik?
Die alten Weisen – vor allem die tantrischen Yogis – haben gesehen, dass alles aus Schwingungen besteht. Licht, Klang, unsere Gedanken, unser Körper, einfach alles. Jedes Wort, das wir sprechen, ist ein Klangereignis, das geprägt ist von unserem Denken, unserer Intention und es wird etwas bei demjenigen hervorrufen, bei dem es ankommt. Diese Schwingungen sind also sehr machtvoll. Da liegt es auf der Hand, dass Musik ähnlich kraftvoll ist.
Du hast für unsere YOGA-JOURNAL-DVD „Ayurveda Flow“ von Carina Preuß sowohl die Musik für die Vata- als auch die Kapha-Sequenz produziert. Worauf hast du dabei besonders geachtet?
Gerade für die Kapha-Sequenz war es wichtig, einen Rhythmus, einen Beat synchron zur Bewegung zu produzieren. Rein technisch gesehen musste ich also das Tempo der Musik, dem Tempo von Carina anpassen. So konnte ich das unterstützen, was diese Abfolge so stark macht: nämlich den Flow.


Andreas Ruhala praktiziert seit 2001 Yoga. Stationen seines Weges waren Swami Mahadevananda in Indien (Hatha Yoga), Duncan Wong in Berlin (Yogic Arts), Swami Kalaishananda in Orléans (Pranayama), sowie Sharon Gannon und David Life in New York (Jivamukti Yoga) und Srivatsa Ramaswami in London (Krishnamacharya Vinyasa Krama). Durch Reinhard Gammenthalers Unterweisungen (Kundalini Yoga Parampara) fühlt sich Andreas zu der ursprünglichen Lehre des Yoga hingezogen. Zusammen mit Sybille Schlegel bildet er Hatha Vinyasa Yogalehrer aus. Mit seinem Song „Samsara (Life is a Circle)“ ist er auf unserer neuen CD „Yogi-Beats #6“ vertreten. Mehr Infos: www.urbanyogicteachings.com