Das Magazin // September + Oktober 2010

Yoga Journal

Die Wellen surfen

Yoga ist Teilnahme am Leben, Lernen, Fühlen und Erfahren. Transzendenz ist ein Aspekt, aber nicht der entscheidende. Beim Yoga-Üben begeben wir uns in den Fluss des Lebens – und ins Meer der Möglichkeiten.

„Du kannst die Wellen nicht aufhalten. Aber du kannst lernen, sie zu surfen.“ Mit diesem Zitat von Swami Satchidananda eröffnen wir unseren Beitrag zum Thema „Yoga & Surfen“ (ab S. 46). Das Meer spielt inhaltlich und optisch eine große Rolle in dieser Ausgabe, überhaupt das Leben im Einklang mit den Elementen und Herausforderungen aller Art.

Entgegen der populären Auffassung sind Yogis keine Einzelgänger. Natürlich sind wir gerne in der Stille und allein in der Natur. Es gibt aber auch den Wunsch nach Gemeinschaft, die uns alle stärker macht. Verbindung mit der Umwelt ist das Lebensziel der Schimpansen-Forscherin und Aktivistin Jane Goodall, unserer Interviewpartnerin ab S. 34. Das Aufgehen in einer gemeinsamen Vision motivierte in den 70er und 80er Jahren weltweit Tausende, sich der Gemeinschaft des Gurus Bhagwan, der sich später Osho nannte, anzuschließen. Die Hintergründe und die heutige Rezeption der Bewegung präsentieren wir ab S. 28 und zeigen, welche Ashram-Formen es heute in Deutschland gibt.

Aus Gewohnheiten ausbrechen und die eigene Komfortzone zu verlassen ist ein klassisches yogisches Thema. In diesem Heft geht es wiederholt um Formen des zeitweiligen oder endgültigen Ausstiegs. Für mich hat dies aktuell besondere Bedeutung: Aufgrund neuer Aufgaben und Projekte überlasse auch ich mich erneut dem Fluss des Lebens und verabschiede mich mit dieser Ausgabe als Chefredakteurin des YOGA JOURNAL. Als Autorin und Übersetzerin bleibe ich dem Magazin weiterhin verbunden. Ich bin stolz, am Aufbau des deutschen YOGA JOURNAL beteiligt gewesen zu sein und bedanke mich bei allen Kollegen und Freunden, die diese Arbeit begleitet haben. Vor allem aber für das immer wieder wunderbar motivierende Feedback von Ihrer Seite, liebe Leser/innen!

Dass Yogis keine weltabgewandten Freaks sind, sondern die Fülle der Existenz leben, war von Beginn Ausgangspunkt unserer redaktionellen Arbeit. Ihre Basis ist journalistische Neugier mit yogischer Vertiefung. Das wird auf jeden Fall so bleiben! In diesem Sinne sage ich beim Abschied leise Namasté und freue mich auf ein Wiedersehen auf der Matte – und im YOGA JOURNAL.

Viel Spaß beim Lesen!

Christina Raftery, Chefredakteurin

Die Titelgeschichten der Ausgabe September/ Oktober 2010

Hand aufs Herz: Fünf Yoga-Gesten für innere Ruhe

Von Bhagwan zu Osho: Erleuchtung oder Enttäuschung?

Sehnsucht nach Gemeinschaft: Ashrams in Deutschland

Wellenreiter und Gedankenwellen: Yoga und Surfen

Jane Goodall: Von der Schimpansen-Forscherin zur Aktivistin

Yoga und Tanz: Präsenz im Augenblick

Edward Clark: Yoga als Performance (?)