Das Magazin // Mai+ Juni 2010

Cover 0310

Rock The Mat – die Zweite!

Yogis sind sanft, ätherisch und wiegen sich mit geschlossenen Augen zum zarten Klang der Sitar. Das kann durchaus Teil der Praxis sein, ist aber nur ein Ausschnitt aus der Verbindung von Yoga mit Musik. Diese Ausgabe und unsere neue CD beweisen: Yoga ist Rock`n`Roll!

Seit ihren Anfängen konnte die rohe Energie des Rock dazu beitragen, verkrustete Strukturen aufzubrechen und die Gesellschaft zu verändern. Als Musikstil der Moderne steht er nur vordergründig im Gegensatz zu Yoga. Die gleichen Gongs, die der Kundalini Yoga-Lehrer Satya Singh zur Meditation spielt, verwendeten Bands wie Iron Maiden und Led Zeppelin für ihre Rock-Hymnen (S. 30). „Rock ‘n Roll mit seinen treibenden Gitarrenriffs und entfesselten Drums befreit unser Ego mühelos und spielerisch von seiner Rüstung“, sagt der Jivamukti Yoga-Lehrer Jeffrey Cohen. Seine „Rockasana“-Klasse ist ein überaus lebensfrohes Mittel, die manchmal eingefahrene Asana-Praxis neu zu beleben (S. 18).

Kraft und Verbindung durch Musik: Die 12 Künstler auf unserer neuen CD sind dafür Experten. In ihren Live-Konzerten singen wir traditionelle Sanskrit-Mantren – nicht um Götter eines fernen Kulturkreises anzubeten, sondern um uns mit heilenden Vibrationen zu verbinden und Einheit zu schaffen. Einer von ihnen ist Dave Stringer. Die Wurzeln des Kirtan-Stars liegen in Gospel, Jazz und Rock. „Meine Absicht ist weniger traditionell, als vielmehr authentisch zu sein“, schreibt er in seinem Beitrag auf S. 36 („Das goldene Zeitalter des Yoga – ist jetzt!“).

Unsere Interviewpartner Sting, Trudie Styler und Thomas D nutzen Yoga als Bereicherung der Kreativität. „Ich glaube nicht, dass man Lieder selbst schreibt. Sie kommen zu dir. Alles, was man selbst tun muss, ist, auf ihre Existenz zu vertrauen“, sagt Sting im YJ-Gespräch ab S. 68, während Wortkünstler Thomas D von den „Fantastischen Vier“ die Flexibilität betont: „Im Gegensatz zu meinem früheren Ziel, härter und kräftiger zu werden, möchte ich heute eher weicher, geschmeidiger, gelenkiger und flexibler sein“ (S. 20).

Dass es als Yogi trotzdem nicht genügt, zuzusehen und der Dinge zu harren, zeigt nicht nur die Geschichte unserer prominenten Beispiele. Aktion und Eigenverantwortung liegen in der yogischen Natur. Hingabe funktioniert nur zusammen mit der Bereitschaft, Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen. Individuelle Freiheit lässt sich nur finden, wenn man lernt mit (vermeintlicher) Schuld umzugehen (S.42) – und mit echter („Eine Weile ohne Knast“, S. 48).

Begleitet mit kraftvollem Sound – Let’s rock! – lässt sich hingebungsvolles Üben – and Roll! – auf ideale Weise kombinieren („Sei Dein eigener Yoga-DJ“, S.38). Das haben wir zum Leitmotiv dieser Ausgabe gewählt. Setzen wir es um! Mit Konzentration, Hingabe und Lebensfreude.

Viel Spaß beim Lesen – und Hören der YOGA JOURNAL CD#2!

Die Titelgeschichten der Ausgabe Mai/ Juni 2010

Asanas, Meditation & Rock’n’Roll: Interview mit Sting & Trudie Styler – “Yoga ist eine Übung im Zuhören”

Thomas D: “Stille ist Nichtdenken” – Das Fanta 4 Mitglied über Meditation, Gedankenlöcher, Rohkost und Schweine

Bryan Kest: Power Yoga – Einfach aber nicht leicht

Anatomie: Bandhas – Mythos oder Methode?

Basics: Volle Kraft voraus – Navasana, das Boot

A-Roh-Ma-Tisch! Exquisites Raw Food – Menü