Wer haftet für Unfälle beim Yoga? Berufshaftpflicht für Yogalehrende

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Wenn im Yoga eine Brille kaputtgeht, jemand umknickt oder sich sogar ernsthaft verletzt, dann wird immer häufiger gefragt: Wer war schuld? Wird daraus ein Fall für die Haftpflichtversicherung des Yogalehrers? Für den Anwalt? Oder geht es letztlich doch um Eigenverantwortung?

Was muss der Yogalehrer tun?
– Jeden neuen Schüler nach Vorerkrankungen und Besonderheiten fragen und diese im Unterricht berücksichtigen.
– In Erfahrung bringen, ob es eventuell akute Beeinträchtigungen gibt.
– Sachgemäß anleiten, informieren und aufklären.
– Im Zweifel eine 1-zu-1-Betreuung gewährleisten.

Was muss der Yogaschüler tun?
– Wahrheitsgemäße und vollständige Angaben zu Vorerkrankungen und Besonderheiten machen.
– Den Anweisungen des Lehrers Folge leisten.
– Bewusstsein einer letztlichen Eigenverantwortung üben, also eigene Grenzen wahren.

Häufige Irrtümer
– Ein Haftungsausschluss von Yogalehrern in AGBs (allgemeine Geschäftsbedingungen) und auf Anmelde­bögen ist in den seltensten Fällen rechtlich wirksam.
– Freiberufliche Yogalehrer sind in der Regel nicht über den Anbieter (Yogastudio, VHS etc.) haftpflichtversichert.
– Eventuell bestehende Berufshaftpflichtversicherungen des Hauptberufs greifen für nebenberuflichen Yogaunterricht nur, wenn Yoga explizit darin eingeschlossen ist. Das geht nur bei „ähnlichen Berufen“
(z.B. Masseur, Fitnesstrainer, Heilpraktiker).Berufshaftpflichtversicherung

Haftpflichtversicherung für Yogalehrende: Darauf kommts an
Versichert sein sollten: Personen- und Sachschäden, Mietsachschäden und Schlüsselverlust, außerdem empfehlenswert: eine Auslandsdeckung z. B. für Retreats
– Standarddeckung: 3 Millionen Euro (bei Kombi mit Privathaftpflicht 10 Millionen Euro)
– Möglichst keine Selbstbeteiligung im Schadensfall
– Unbedingt bei Abschluss der Versicherung angeben: Versicherungsort (Studios mit Angabe der Adresse, ansonsten „diverse“) und besondere Risiken wie die Arbeit mit Kindern und Schwangeren oder die Ausbildung von Yogalehrern
– Kosten ohne Privathaftpflicht: um 100 Euro jährlich.

Sehr viel günstiger können sich Mitglieder von Verbänden versichern, die Rahmenverträge abgeschlossen haben (z.B. BDY, Yoga Vidya).


Den gesamten Artikel mit dem Titel „Keine (An)Haftung“ lesen Sie im Heft 5/2015.