Achtsamkeit: Was ist das?

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Achtsamkeit ist nicht nur eine Meditationspraxis, sondern eine Grundhaltung. Wir haben für Sie den Begriff näher beleuchtet und stellen Ihnen vor, wie sich dieser herleitet und was man unter „Achtsamkeit“ heute versteht.

Buddhismus
Unter „Achtsamkeit“ (englisch „Mindfulness“) versteht man im Allgemeinen eine
moderne Adaption des traditionellen buddhistischen Begriffs Sati (wörtlich: Gedächtnis, hier: Gewahrsein). Innerhalb der buddhistischen Lehre stellt Samma Sati, die
„rechte Achtsamkeit“, das siebte Glied des „Edlen achtfachen Pfades“ dar – Achtsamkeit ist traditionell also keine isolierte Praxis, sie steht im Zusammenhang eines umfassenden spirituellen Entwicklungsweges und einer religiösen Ethik.

Der Weg in den Westen
Seit den 1960er-Jahren wurden die buddhistischen Lehren zur Achtsamkeit an westliche Bedürfnisse angepasst und verstärkt in Psychologie und Medizin eingesetzt. Neben der eher traditionellen Vipassana-Meditation nach S. N. Goenka und der Insight Meditation nach Jack Kornfield, Joseph Goldstein und Sharon Salzberg war es vor allem Jon Kabat-Zinns MBSR-Programm, das für eine große Popularisierung sorgte.

MBSR
Der amerikanische Biologe Jon Kabat-Zinn entwickelte in den späten 1970er-Jahren ein Programm zur achtsamkeitsbasierten Stressbewältigung für Schmerzpatienten, die Mindfulness Based Stress Reduction (MBSR). Dieses achtwöchige Training und seine verschiedenen Weiterentwicklungen fanden seither riesige Verbreitung. Auch Kabat-Zinns Definition des Begriffs Achtsamkeit hat sich als prägend erwiesen: „Achtsamkeit ist das nicht-wertende Gewahrsein im gegenwärtigen Moment.“


Mehr zum Thema „Achtsamkeit“ lesen Sie in unserem Heft Nr. 43.