Berlin 100210
24.02.2010
Eva Maria Moog und Henning Scheel vom Berliner Yoga-Studio Yoga Shala sind für mehrere Wochen in Indien unterwegs. In ihrem “Reise-Logbuch” berichten sie regelmäßig von ihrer Tempeltour auf den Spuren der Göttinnen Kali, Sri Lalita Tripura Sundari und Tara.
Das war die letzte Puja dieser Reise. Und der zeremonielle Abschluss für Indien 2009. Ich habe viele Aufnahmen im Kasten und einige sehr eindrucksvolle Tonaufnahmen eingefangen. Der Abschied steht bevor.
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Der große Plan weiter nach Varanasi und zu weiteren Stätten zu fahren geht nicht ganz auf. Das Dengue-Fieber hat zu viel Schwäche hinterlassen und die Ärzte empfehlen Ruhe bzw. die Rückreise nach Deutschland. Was wir natürlich nicht machen. Aber wir ändern die Reiseroute. Noch ein paar Tage Visak beim Guruji, um noch eine weitere Puja mit zu erleben.
Von der Puja und dem Entzücken geht es nun nach Hause, zurück durch die Apokalypse und die Slums. Unser Rikschafahrer wartet und wir machen uns mitten in der Nacht auf den Heimweg, was uns später noch eine Lehre sein soll. Nach ca. einer halben Stunde werden wir mitten im Nirgendwo von einem Motorradfahrer angehalten. Keine Uniform, er sieht ziemlich verwegen aus in seinen wehenden Tüchern und zerzausten Haaren.
Im Hausinneren ist alles sehr klein und eng und voller Menschen. Kinder, Frauen, Ältere und die Ayapa-Männer. Im mittleren Raum wird die Puja stattfinden, er ist wunderschön hergerichtet. Ein prachtvoller Altar mit den Gottheiten Ayapa, Ganesh und Lakshmi. Auf dem Boden streckt sich eine Zunge aus Bananenblättern, Blumen, Früchten und Öllampen im rechten Winkel vom Altar in den Raum. Wir sitzen drumherum soweit es geht, in allen anderen Räumen und an jeder freien Stelle sitzen und stehen Menschen. Auch hier übernimmt der Swami die Puja und eröffnet mit Ohm, Gesang und Rezitationen. Es ist eine Abhishekam Zeremonie, d.h. eine Gottheit wird mit Opfergaben geehrt, die über sie gegossen werden. Eine Tarpanas Zeremonie entspricht eine symbolischen Waschung, es wird nur Wasser verwendet.
Wieder um 600h aufstehen, wieder ein Homa. Dieselbe wie gestern, sie findet jeden Morgen um dieselbe Zeit statt. Seit gestern habe ich meine Mantren gelernt, fast jedenfalls. Das Ritual ist etwas vertrauter, ich kann mich noch mehr darauf einlassen. Es hat in der letzten Nacht stark nachgewirkt und ich bin gespannt, was weiter passiert.
Sechs Uhr aufstehen, schnelle indische Dusche und weiter in die Kamakhya Shala zur ersten Homa, einer Feuerzeremonie zu Ehren Ganapatis (Ganesh) und Rudras (Shiva). Bis 0845h, dann Frühstück und um 1030h geht es weiter zur zweiten Zeremonie, der Chendi Homa, fast drei Stunden. Die Kamakhya Shala ist ein domartiger Kuppelbau, ca. 3m hoch und 10m im Durchmesser. Sie liegt im Südosten der Tempelanlage, diese steht symbolisch für Agni, Feuer.


