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	<title>Yoga Journal &#187; Leben</title>
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		<title>Interview &#124; Amrit Stein</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Dec 2011 16:33:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Yoga-Admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelle Ausgabe]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>

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		<description><![CDATA[<strong><a rel="attachment wp-att-4678" href="http://yogajournal.de/?attachment_id=4678"><img class="alignleft size-medium wp-image-4678" title="Amrit Portrait 2(c) Christian Hartmann" src="http://yogajournal.de/wp-content/uploads/2011/12/Amrit-Portrait-2c-Christian-Hartmann-300x200.jpg" alt="Amrit Portrait 2(c) Christian Hartmann" width="240" height="160" /></a></strong><strong>„Gesang ist ein Ausdruck von Hingabe und Freude“</strong>

<strong></strong>Die Iyengar Yoga-Lehrerin und Tänzerin Amrit Stein hat in einem zweiten Musikprojekt Gesänge der Yogis, Dakinis (weibliche Geistwesen) und spirituellen Meister Tibets vertont und gesungen. „Tibetische Weisheits-Gesänge von Liebe und Mitgefühl“, heißt der viel versprechende Titel der CD, die mehr ist als eine Inspiration auf dem yogischen Weg. Gesänge „wirbeln Weisheit auf“, wie die Tibeter sagen, sie lassen „negative Pranawinde im Körper versiegen und bringen uns in die richtige Schwingung“. Im YOGA JOURNAL erzählt Amrit Stein, wie ihre erste Begegnung mit Shri B.K.S. Iyengar verlief, wie sie mit tantrischem Buddhismus in Berührung kam und wie sie Asanas und buddhistische Prinzipien vereint.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4678" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a rel="attachment wp-att-4678" href="http://yogajournal.de/2011/12/13/interview-amrit-stein/amrit-portrait-2c-christian-hartmann/"><img class="size-medium wp-image-4678" title="Amrit Portrait 2(c) Christian Hartmann" src="http://yogajournal.de/wp-content/uploads/2011/12/Amrit-Portrait-2c-Christian-Hartmann-300x200.jpg" alt="Amrit Portrait 2(c) Christian Hartmann" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Photos by Christian Hartmann</p></div>
<p><strong>„Gesang ist ein Ausdruck von Hingabe und Freude“ </strong></p>
<p>Die Iyengar Yoga-Lehrerin und Tänzerin <a href="http://www.yoga-amritstein.de/" target="_blank">Amrit Stein</a> hat in einem zweiten Musikprojekt Gesänge der Yogis, Dakinis (weibliche Geistwesen) und spirituellen Meister Tibets vertont und gesungen. „Tibetische Weisheits-Gesänge von Liebe und Mitgefühl“, heißt der viel versprechende Titel der CD, die mehr ist als eine Inspiration auf dem yogischen Weg. Gesänge „wirbeln Weisheit auf“, wie die Tibeter sagen, sie lassen „negative Pranawinde im Körper versiegen und bringen uns in die richtige Schwingung“. Im YOGA JOURNAL erzählt Amrit Stein, wie ihre erste Begegnung mit Sri <a href="http://www.bksiyengar.com/" target="_blank">B.K.S. Iyengar </a>verlief, wie sie mit tantrischem Buddhismus in Berührung kam und wie sie Asanas und buddhistische Prinzipien vereint.</p>
<p>Von R.Sriram</p>
<p><strong>YOGA JOURNAL: Amrit, wie war deine erste Begegnung mit Shri B.K.S.Iyengar?</strong></p>
<p><strong>Amrit Stein: </strong>Ich stand im Türrahmen seines Instituts in Puna und sah Guruji üben. Es war meine erste Begegnung mit Yoga überhaupt. Shri B.K.S.Iyengar wirkte völlig selbstvergessen. Er war von einer nahezu archaischen Schönheit, in seinen Bewegungen lag eine rohe Kraft, die schon im nächsten Moment in mühelose Perfektion und Anmut überging. Seine körperliche Präsenz füllte den Raum. Es war atemberaubend, ihm einfach so zuzusehen.</p>
<p><strong>Viele Tänzer in Indien schwärmen von Iyengars Yogastil. Was macht sein Yoga so attraktiv?</strong></p>
<p>Ich glaube, Tänzer fasziniert die körperliche Präsenz und Ausdruckskraft des Iyengar-Stils. Tänzer lieben intensive Körperarbeit, sie wollen sich spüren. Im indischen Tanz ist der Ausdruck sehr wichtig. Damit meine ich nicht nur den Körper, sondern das subtile Zusammenspiel von Gestik und Mimik. Durch Gurujis detaillierte Technik wird der innere Raum des Körpers bewusst, ein dynamischer „Tanz der Energien“ entsteht. Das ist das yogische Feuer! Es reinigt die Wahrnehmung, lässt sie intensiver und subtiler werden. Bhava, die Ausdruckskraft oder Verkörperung emotionaler Energie, die im Tanz so wichtig ist, wird dadurch kultiviert. Der Tänzer gewinnt dadurch mehr Bühnenpräsenz und größere Ausdruckskraft. Als Tänzer bist du immer auf dein Publikum ausgerichtet, du bewegst dich nach außen. Der Körper erschöpft sich schnell und dazu kommt oft ein einseitiges Bewegungsrepertoire. All das gleicht die Iyengar-Technik aus.</p>
<p><strong>Du bist bereits in den 80er Jahren nach Indien gekommen, nach Shantiniketan, dem berühmten Zentrum von Tagore in Bengalen&#8230;</strong></p>
<p>Ich besuchte dort einen Freund, der bei einem tibetischen Lama namens Chimed Rigdzin Rinpoche lebte. Rinpoche lehrte nach seiner Flucht aus Tibet in Santiniketan Tibetologie. Er war ein mächtiger Yogi. Ohne es zu ahnen, fand ich mich mitten im Tantrischen Buddhismus Tibets wieder. Ich nahm an Ritualen und Pujas teil, fuhr mit der Fahrrad-Riksha nach Bolpur, um Ghee für das Butterlampenopfer zu besorgen und besuchte mit Rinpoche die umliegenden Verbrennungsstätten. Ich war total unbefangen und Rinpoche war sehr weise. Eines Tages verabredete er sich mit Amubi Singh, einem Tanzmeister aus Manipur, der in Santiniketan unterrichtete. Anschließend trug er mir auf bei Amubi Singh Tanzunterricht zu nehmen. Und von da an tanzte ich von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Tanz war meine Puja (hinduistisches Ritual zur Verehrung des Göttlichen, Anm. d. Red.), ich war vollkommen glücklich. Erst viel später habe ich die unglaubliche Voraussicht Rinpoches verstanden. Er konnte damals schon meine Bestimmung sehen. Er wusste, der richtige Zeitpunkt für meine spirituelle Praxis war noch nicht gekommen. Nach meinem Aufenthalt in Santiniketan ging ich dann nach Puna um dort eine traditionelle Tanz-Ausbildung im Kathak zu machen. Dort begegnete ich Shri B.K.S.Iyengar und wurde seine Schülerin. Alles war unglaublich aufregend.</p>
<p><strong>Wie setzt du die geistigen Grundsätze des Yoga und des tibetischen Buddhismus in deinem Alltag um?</strong></p>
<div id="attachment_4679" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a rel="attachment wp-att-4679" href="http://yogajournal.de/2011/12/13/interview-amrit-stein/amrit-portrait-3c-christian-hartmann/"><img class="size-medium wp-image-4679" title="Amrit Portrait 3(c) Christian Hartmann" src="http://yogajournal.de/wp-content/uploads/2011/12/Amrit-Portrait-3c-Christian-Hartmann-300x199.jpg" alt="Amrit Portrait 3(c) Christian Hartmann" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text"> “Der tibetische Buddhismus hat mein Verständnis von Ahimsa sehr vertieft: Mir wurde klar, dass sich alles im Universum gegenseitig bedingt, dass die Trennung in „Ich und andere“ sehr viel Schmerz bereitet.”</p></div>
<p>Ein Grundprinzip der Yogalehre ist Ahimsa, die Freiheit von Gewalt. Ahimsa bestimmt die Art, wie wir mit uns selbst und anderen umgehen. Die Grundlage des tibetischen Buddhismus ist Mitgefühl für sich und alle fühlenden Wesen zu entwickeln. Der tibetische Buddhismus hat mein Verständnis von Ahimsa sehr vertieft: Mir wurde klar, dass sich alles im Universum gegenseitig bedingt, dass die Trennung in „Ich und andere“ sehr viel Schmerz bereitet. Jedes Lebewesen möchte einfach nur glücklich sein, die Verkäuferin von nebenan genauso wie der muffige Typ in der U-Bahn oder die winzigste Kreatur. Dadurch, dass wir unser Ich, diese Festung der Selbstgefälligkeit, immer vom Anderen trennen, bleiben wir in uns gefangen. Und genau an diesem Punkt kommt der buddhistische Gedanke der Leerheit ins Spiel. Wer ist dieses Selbst eigentlich, diese Person? Haben wir einmal die Tatsache des Voneinander-Abhängigen-Entstehens erkannt und haben wir darüber hinaus einen Geschmack von Leerheit, der Grundnatur unseres Geistes erlangt, dann werden wir ganz von selbst mitfühlender. Die Befreiung zum Wohl aller fühlenden Wesen anzustreben, das ist für mich eine große Vision, eine nie versiegende Hoffnung, die mich in meinem Alltag immer wieder herausfordert und an meine Grenzen bringt.</p>
<p><strong>Sollten wir mittels Yoga in unseren Körper hineingehen oder eher den materiellen Körper transzendieren?</strong></p>
<p>Wir sollten tiefer in den Körper, in seine verschiedenen Schichten oder Koshas, hineingehen. Wenn die Bewusstheit zunimmt, entsteht auch im Körper ein Gefühl von Leichtigkeit, Klarheit und Transparenz. Wir müssen den Körper, das scheinbar Feste und Materielle, nicht unbedingt transzendieren, sondern das Zusammenspiel von Körper, Energie und Geist entschlüsseln. Dann bekommt der Körper die Bedeutung, die ihm zusteht und wird zu einem kostbaren Gefäß unserer subtilen Energien und zur Stütze unserer geistigen Entwicklung. Shri B.K.S.Iyengar hat gesagt: „Der Körper ist dein Tempel“. Er ist kein gewöhnliches Haus.</p>
<p><strong>Du hast viele Jahre Tibetisch gelernt und dich mit tibetischer Musik beschäftigt. Magst Du etwas darüber erzählen?</strong></p>
<p>Mein tibetischer Meister, Lama Tharchin Rinpoche entstammt einer Linie tibetischer Yogis. Er ist ein toller Sänger und tanzt auch die sakralen Lama-Tänze. Gesang, Tanz und Ritual sind ein lebendiger Teil des tantrischen Pfades und Lama Tharchin Rinpoche hat mich darin bestärkt, diese traditionellen Lieder, Gebete und Mantras zu singen. Er singt übrigens selbst ein Lied auf meiner neuen CD – einen yogischen Gesang der Anrufung seines Meisters. Sein Lied habe ich später in Kathmandu mit Pferdekopfgeige vertont. Es ist sehr schön geworden. Auf meinen zahlreichen Reisen in den Himalaya habe ich immer wieder verschiedene Gesänge aufgenommen: in Klöstern, Höhlen und auch Lieder der älteren Tibeter und Tibeterinnen, die vor ihrer Flucht noch lange Zeit in Tibet verbracht haben. So ist mein Gesangsprojekt im Lauf der Jahre gewachsen. Und die Sprache? Die Tibeter sprechen verschiedene Dialekte. Sie verstehen sich manchmal untereinander kaum. Es ist wirklich schwer, sich sprachlich zurecht zu finden. Ich habe mich auf das Übersetzen alter Texte konzentriert und lerne die Sprache einfach nebenbei über die Jahre weiter.</p>
<p><strong>Im Yoga, im Hinduismus und im tibetischen Buddhismus ist das Singen ein wichtiger Übungsweg. Was macht deiner Erfahrung nach das Singen so wichtig?</strong></p>
<p>Bei den Asanas oder in der Meditation üben wir uns in Stille und “Selbstabsorption”. Gesang aber ist ein Ausdruck von Hingabe und Freude. Im Tibetischen heißt es, dass durch das Singen von Mantras und spirituellen Liedern Weisheit aufgewirbelt wird, und dass negative Energie- oder Pranawinde im Körper versiegen. Wir fühlen uns wach und lebendig und kommen in die richtige Schwingung.</p>
<p><strong><br />
</strong><strong> </strong></p>
<p><strong><br />
</strong></p>
<p><a rel="attachment wp-att-4680" href="http://yogajournal.de/2011/12/13/interview-amrit-stein/amrit-portrait1-c-christian-hartmann/"><img class="alignleft size-medium wp-image-4680" title="Amrit Portrait1 (c) Christian Hartmann" src="http://yogajournal.de/wp-content/uploads/2011/12/Amrit-Portrait1-c-Christian-Hartmann-300x199.jpg" alt="Amrit Portrait1 (c) Christian Hartmann" width="300" height="199" /></a><strong>Auf welche Weise bereichern Mantras und gesungene Texte den Yoga-Weg?</strong></p>
<p>Nehmen wir das Mantra Sarasvatis, der Gottheit der Künste und des vollendeten Wortes, die auch in Tibet hoch verehrt wird. Ich habe ihr Mantra Om Sarasiddhi Hrim Hrim für meine CD aufgenommen. Sarasvatis Keimsilbe ist Hrim und es heißt, dass in diesem Klang die 84,000 Lehren Buddhas mitschwingen. Oder das Mantra der Gottheit Tara: es verleiht Schutz und befreit den Rezitierenden von Ängsten. Ein Mantra versetzt uns in die richtige Schwingung, seine Rezitation fokussiert den rastlosen Geist und löst direkt negative Emotionen auf. Mantras sind auch eine Art von Pranayama, vor allem wenn die Atmung dabei tief und rhythmisch wird. Außerdem lehren die gesungenen Texte oder Lieder die rechte Handlung, Sicht und Meditation. Sie wurden von großen Meistern wie dem tibetischen Yogi Milarepa verfasst. Es kann also für den eigenen Yogaweg sehr inspirierend sein, sie zu lesen.</p>
<p><strong>Wie entstand deine CD „Tibetische Weisheit-Gesänge von Liebe und Mitgefühl“, die gerade erschienen ist?</strong></p>
<p>Einigen Meistern und Gelehrten gefiel meine erste CD „Klangjuwelen der Großen Freude“ und sie übertrugen mir daraufhin teils sehr seltene Gesangstexte. Dru-gu Chögyal Rinpoche, ein großer Maler und Dichter, verfasste das Lied Samsara für mich und schrieb es nach altem Brauch mit rotem Sindurpulver, Lapislazuli und Gold auf Reispapier. Ich habe solche kostbaren Texte gesammelt und übersetzt. Dann habe ich sie zu überlieferten oder selbst komponierten Melodien gesungen. Der schwierigste Teil ist die Vertonung – ich bin extra nach Kathmandu geflogen, um mit authentischen Musikern zusammen zu arbeiten und habe dort Pferdekopfgeige, Bambusflöte, Hackbrett und Gesang aufgenommen. Lieder und Mantras, die von Indien nach Tibet kamen, habe ich mit Sitar vertont und Dru-gu Chögyal Rinpoches Lied Samsara sogar in München mit Cello.</p>
<p><strong>Hast du eine Empfehlung für deine Zuhörer, wie sie sich der Welt dieser Klänge nähern sollen?</strong></p>
<p>Am besten ist es, sich einfach Zeit zum Zuhören zu nehmen. Das entspannt. Man kann nebenbei auch mal über die Texte reflektieren. Ich habe jedes Lied oder Mantra erläutert und mit Begebenheiten aus dem Leben der großen Meister und Meisterinnen des tibetischen Buddhismus versehen. Wer mag, kann die Mantras auch mitsingen. Ich finde, jeder kann sich auf seine Art von der Musik inspirieren lassen.</p>
<p><em>Amrit Stein ist Co-Direktorin des Iyengar-Yoga-Instituts in München. Seit 1990 praktiziert sie tibetischen Buddhismus. Ihre Vorliebe gilt den tiefgründigen und poetischen Weisheits-Gesängen Tibets: Ihr erstes Album “Klangjuwelen der Großen Freude” wurde bei den „Tibetan Music Awards“ 2007 in Dharamsala/Indien nominierte. </em></p>
<p><em><a href="http://www.sriram.de/" target="_blank">R.Sriram</a> ist Yogagelehrter und unterrichtet in der Tradition von T.K.V. Desikachar. Er ist mit der Tänzerin und Schriftstellerin <a href="http://www.sriram.de/tanz/index.html" target="_blank">Anjali </a>Sriram verheiratet.<br />
</em></p>
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		<title>Seit 20 Jahren im Einsatz für Tibet</title>
		<link>http://yogajournal.de/2011/11/03/seit-20-jahren-im-einsatz-fur-tibet/</link>
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		<pubDate>Thu, 03 Nov 2011 15:30:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Yoga-Admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[News]]></category>

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		<description><![CDATA[„<a href="http://yogajournal.de/2011/11/03/seit-20-jahren-im-einsatz-fur-tibet/"><img class="alignleft size-medium wp-image-4507" title="tibet" src="http://yogajournal.de/wp-content/uploads/2011/11/tibet-300x225.jpg" alt="tibet" width="300" height="225" /></a>Tibet besitzt eine wertvolle Kultur, die auf Weisheit und Mitgefühl gründet“, weiß Robert Gere. Seit vielen Jahren setzt der Schauspieler und Vorsitzende der International Campaign for Tibet (ICT) sich für die reiche Kultur vom Dach der Erde ein. Seit die Chinesen vor über 60 Jahren in Tibet einmarschierten, verloren Hunderttausende ihr Leben, missliebige Tibeter werden verhaftet, misshandelt und gefoltert.

Allein der Besitz eines Fotos des Dalai Lama – des religiösen Oberhauptes der Tibeter – ist streng verboten. Die Tibeter werden gezwungen, ihre Sprache, ihre Religion und ihre Wurzeln zu verleugnen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://yogajournal.de/2011/11/03/seit-20-jahren-im-einsatz-fur-tibet/"><img class="alignleft size-medium wp-image-4507" title="tibet" src="http://yogajournal.de/wp-content/uploads/2011/11/tibet-300x225.jpg" alt="tibet" width="300" height="225" /></a>„Tibet besitzt eine wertvolle Kultur, die auf Weisheit und Mitgefühl gründet“, weiß Richard Gere. Seit vielen Jahren setzt der Schauspieler und Vorsitzende der International Campaign for Tibet (ICT) sich für die reiche Kultur vom Dach der Erde ein. Seit die Chinesen vor über 60 Jahren in Tibet einmarschierten, verloren Hunderttausende ihr Leben, missliebige Tibeter werden verhaftet, misshandelt und gefoltert. Allein der Besitz eines Fotos des Dalai Lama – des religiösen Oberhauptes der Tibeter – ist streng verboten. Die Tibeter werden gezwungen, ihre Sprache, ihre Religion und ihre Wurzeln zu verleugnen. So schlimm sind die Lebensumstände in Tibet, dass sich in den vergangenen Monaten immer wieder Menschen selbst angezündet haben, um so die Welt auf ihre dramatische Situation, auf die Ausrottung ihrer Jahrtausende alten Kultur hinzuweisen. Jetzt zündete sich der elfte Mensch in diesem Jahr an &#8211; eine tibetische Nonne, die ihren Verletzungen erlag.</p>
<p>Die tibetische Kultur, so Gere, selbst Praktizierender des tibetischen Buddhismus, weiter, „spricht auch das an, was wir in der heutigen Welt vermissen: die Einheit von Körper, Geist und Seele. Wir müssen die Kultur für das tibetische Volk bewahren – und für unsere Kinder.“ Die gemeinnützige International Campaign for Tibet (Internationale Kampagne für Tibet) setzt sich auch in Deutschland seit über 20 Jahren für die Freiheit und Selbstbestimmung Tibets ein – und gibt dem friedlichen Widerstand weltweit eine Stimme. Wenn auch Sie helfen wollen: Auf der Seite der <a href="http://www.savetibet.de/" target="_self">ICT</a> können Sie nicht nur viele Informationen über Tibet finden und Kampagnen unterstützen, sondern auch online spenden und im Tibet-Shop einkaufen. Zu finden sind dort auch <a href="http://savetibet.de/mediathek/videos/" target="_blank">Videos</a> , zum Beispiel einer zum 20-jährigen Bestehens des ICT oder eine bewegende Rede von Richard Gere zur Situation der Flüchtlinge.</p>
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		<title>Nachhaltiges (Er)leben auf der fairena</title>
		<link>http://yogajournal.de/2011/10/17/nachhaltiges-erleben-auf-der-fairena/</link>
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		<pubDate>Mon, 17 Oct 2011 10:27:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Yoga-Admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben]]></category>

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		<description><![CDATA[<img class="size-medium wp-image-4344 alignleft" title="IMG_0892" src="http://yogajournal.de/wp-content/uploads/2011/10/IMG_0892-300x225.jpg" alt="IMG_0892" width="296" height="221" />Yoga ist viel mehr als nur das Praktizieren von Asanas. „Yogis sind die Krieger einer besseren Zeit“, propagieren große Lehrer wie etwa Sharon Gannon, Mitbegründerin von Jivamukti Yoga. Denn im Laufe der Praxis entwickelt der Übende nicht nur ein starkes Bewusstsein für sich selbst sondern auch für die Umwelt. Ansichten ändern sich, Prioritäten verschieben sich.  Da ist das Interesse an einem nachhaltigen Lebensstil naheliegend.

Die Messe findet am 22./23. Oktober 2011 in der Reithalle in Schwabing statt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Yoga ist viel mehr als nu<img class="size-medium wp-image-4344 alignleft" title="IMG_0892" src="http://yogajournal.de/wp-content/uploads/2011/10/IMG_0892-300x225.jpg" alt="IMG_0892" width="194" height="146" />r das Praktizieren von Asanas. „Yogis sind die Krieger einer besseren Zeit“, propagieren große Lehrer wie etwa Sharon Gannon, Mitbegründerin von Jivamukti Yoga. Denn im Laufe der Praxis entwickelt der Übende nicht nur ein starkes Bewusstsein für sich selbst sondern auch für die Umwelt. Ansichten ändern sich, Prioritäten verschieben sich.  Da ist das Interesse an einem nachhaltigen Lebensstil naheliegend.</p>
<p>Wie wäre es daher mit einem Messebesuch, der sich mit eben diesem beschäftigt? In München findet am Wochenende vom 22. und 23. Oktober die Nachhaltigkeitsmesse fairena statt. Neben Vorträgen und Diskussionen rund ums Thema Öko, Bio und Fairer Handel, haben Sie auf 1200 Quadratmetern die Möglichkeit, sich an Ständen über die neuesten grünen Trends zu informieren. Und sich mit kulinarischen Kostbarkeiten verwöhnen zu lassen.</p>
<p>Die Messe findet in der Reithalle in Schwabing statt und ist am Samstag, 22. Oktober, von 12 bis 20 Uhr, am Sonntag,  23. Oktober, von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.</p>
<p>Weitere Informationen erhalten Sie unter: <a href="http://www.fairena-messe.org" target="_blank">www.fairena-messe.org</a></p>
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		<title>In Europa zu Gast bei Freunden</title>
		<link>http://yogajournal.de/2011/10/13/in-europa-zu-gast-bei-freunden/</link>
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		<pubDate>Thu, 13 Oct 2011 14:29:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Yoga-Admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben]]></category>

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		<description><![CDATA[<img class="alignleft size-medium wp-image-4644" title="anne vandewalle concorde" src="http://yogajournal.de/wp-content/uploads/2011/10/anne-vandewalle-concorde-300x199.jpg" alt="anne vandewalle concorde" width="300" height="199" />Yoga ist Verbindung. Mit sich selbst, mit der Umwelt und dem Höheren. Besonders schön ist es, wenn man sich mit anderen Yoga-Interessierten verbinden kann. Darauf basiert auch die Idee der European Yogi Nomads: Bekannte Lehrer reisen in europäische Städte und bringen ihre Schüler mit. Diese haben so die Möglichkeit, andere Städte zu entdecken, neue Menschen kennen zu lernen und auch noch an einem kostengünstigen Workshop teilzunehmen. Und die einheimischen Yogis können sich über yogische Luft und Ideen aus anderen Ländern freuen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-medium wp-image-4644" title="anne vandewalle concorde" src="http://yogajournal.de/wp-content/uploads/2011/10/anne-vandewalle-concorde-300x199.jpg" alt="anne vandewalle concorde" width="300" height="199" />Yoga ist Verbindung. Mit sich selbst, mit der Umwelt und dem Höheren. Besonders schön ist es, wenn man sich mit anderen Yoga-Interessierten verbinden kann. Darauf basiert auch die Idee der European Yogi Nomads,  die Anfang des Jahres während eines Anusara Retreats in Costa Rica geboren wurde: Bekannte Lehrer reisen in ausgewählte europäische Städte und bringen ihre Schüler mit. Diese haben so die Möglichkeit, andere Städte zu entdecken, neue Menschen kennen zu lernen und auch noch an einem kostengünstigen Workshop teilzunehmen. Und die einheimischen Yogis können sich über yogische Luft und Ideen aus anderen Ländern freuen. Die Unterkünfte werden nach dem Prinzip des Couchsurfings vergeben; und wer einen Schlafplatz für einen auswärtigen Yogi anbietet, dem ist beim nächsten Stopp der Yogi-Nomads eine Übernachtungsmöglichkeit garantiert.</p>
<p>Der Startschuss für die europäischen Yoga-Nomaden fiel das Wochenende vom 14. bis 16. Oktober in Berlin, im <a href="http://http://yogaraumberlin.de/" target="_self">Yogaraum</a> beim Schlesischen Tor statt. Mit Workshops von und mit Lehrern aus Paris, Goeteborg, Istanbul, Kopenhagen und Berlin. Die European Yogi Nomads werden künftig alle drei bis vier Monate in verschiedenen Städten Halt machen.</p>
<p>Mehr Infos bei Jana Toepfer unter: jana@jnanaprojects.com</p>
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		<title>„Ängste sind nichts als Erzeugnisse unseres Geistes“</title>
		<link>http://yogajournal.de/2011/08/31/%e2%80%9eangste-sind-nichts-als-erzeugnisse-unseres-geistes%e2%80%9c/</link>
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		<pubDate>Wed, 31 Aug 2011 09:17:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Yoga-Admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[<img class="alignleft size-full wp-image-4492" title="41yBfRlReML._SL500_AA300_ Kopie" src="http://yogajournal.de/wp-content/uploads/2011/08/41yBfRlReML._SL500_AA300_-Kopie.jpg" alt="41yBfRlReML._SL500_AA300_ Kopie" width="114" height="194" />Claude AnShin Thomas ist Wander- und Bettelmönch in der Tradition des Zen. Mit 18 Jahren war er im Vietnam-Krieg. Später wurde er Alkoholiker, Drogenabhängiger und war zeitweise auch obdachlos. Sein persönliches Rezept, um mit seinen Traumata umzugehen, heißt Achtsamkeit. Bewusstes Atmen. Bewusstes Umgehen mit anderen, bewusstes Leben. Wir sprachen mit ihm.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong> </strong><img class="alignleft size-full wp-image-4492" title="41yBfRlReML._SL500_AA300_ Kopie" src="http://yogajournal.de/wp-content/uploads/2011/08/41yBfRlReML._SL500_AA300_-Kopie.jpg" alt="41yBfRlReML._SL500_AA300_ Kopie" width="177" height="300" />Claude AnShin Thomas war im Alter von 18 Jahren im Vietnam-Krieg. Später wurde er Alkoholiker und Drogenabhängiger und war zeitweise auch obdachlos. Sein persönliches Rezept, um mit seinen Traumata umzugehen, heißt Achtsamkeit. Bewusstes Atmen. Bewusstes Umgehen mit anderen, bewusstes Leben. Claude AnShin wurde Wander- und Bettelmönch in der Tradition des Zen und ist schon viele tausende Kilometer gepilgert. Er hilft anderen, zu sich zu finden &#8211; mit seinem Buch „Am Tor zur Hölle – <em>Der Weg eines Soldaten zum Mönch</em>“ ebenso wie mit Straßenretreats, in denen die Teilnehmer fünf Tage auf der Straße leben – ohne Kleidung zum Wechseln, ohne Zahnbürste. Wir sprachen mit ihm, einen Tag nach dem er von einem solchen Retreat in Bielefeld zurückkehrte.</p>
<p><strong>YOGA JOURNAL: Was bedeutet das genau – ein Straßenretreat? </strong></p>
<p><strong>Claude AnShin Thomas: </strong>Ich bitte die Teilnehmer, sich fünf Tage vorher nicht zu duschen, nicht zu rasieren und die Zähne nicht zu putzen und die Kleidung nicht zu wechseln. Auf der Straße selbst haben wir mehr als einfache Lebensbedingungen. Jeden Morgen und jeden Abend meditieren wir; zwei Mal am Tag gehen wir in die Gesellschaft und bitten um Essen und notwendige Dinge. Und natürlich schlafen wir auf der Straße.</p>
<p><strong>Wenn ich mir das vorstelle – eine Woche auf der Straße zu leben, Hunger zu haben, zu betteln, immer dreckiger zu werden. Das macht Angst&#8230;</strong></p>
<p>All das geschieht vorab. Auf der Straße selbst verschwinden all diese Themen. Wirklich, sie verschwinden einfach. Man entdeckt, dass die Ängste großteils fiktiv sind. Ich, als Leiter des Retreats, habe die Verantwortung, die Gruppe zu halten, ich bin verantwortlich für die Sicherheit. Das ist mein Job als Abt. Deshalb gibt es auch keine Kämpfe in der Gruppe, was man tun soll und was nicht. Und die Aufgaben, die ich den Teilnehmern vorab stelle, helfen auch.</p>
<p>Ja, diese Ängste sind sehr real, sie tauchen auf. Aber sobald wir wirklich auf der Straße sind, entdeckt jeder, dass sie großteils fiktiv sind. Nichts als Erzeugnisse unseres Geistes. Die wirkliche Erfahrung ist weitaus weniger einschüchternd als der Gedanke daran. Das ist ein sehr wichtiger Punkt der spirituellen Praxis: Zu erleben, wie sehr wir konditioniert sind und dass unsere Gedanken oft gar keine echte Basis haben.</p>
<p><strong>Das schreiben Sie auch in Ihren Buch: Begegne Deiner Angst, umarme sie – um zu entdecken, dass Sie nur eine Konstruktion des Geistes ist. </strong></p>
<p>Das ist die Essenz: Uns in Kontakt mit unserer Angst zu bringen.<em> </em>Wobei ich lieber Wiederstand sage. Denn Ängste sind nur Manifestationen unseres Widerstandes.<em> </em>Unser Geist sagt uns, dass wir etwas nicht können. Dann sehen wir uns diesen Gedanken, diesen Widerstand bewusster an. Wir lehnen ihn nicht ab, halten ihn nicht als absolute Wahrheit fest – und gehen den nächsten Schritt. Um Heilung und Transformation zu erfahren, das habe ich über die buddhistische Praxis gelernt, muss ich meine Idee von Heilung aufgeben. Ich muss direkt in die Mitte des Leidens springen – nur hier können  Heilung und Transformation geschehen. Wir können uns nicht selbst transformieren, wir können nur die Umstände schaffen, in denen Transformation geschehen kann.  Und das ist die Absicht dieses Retreats.</p>
<p><strong>Wenn wir gerade über das Leiden sprechen. Sie waren im Vietnam-Krieg, haben viel gelitten – denken Sie, Sie wären Buddhist geworden, hätten Ihr Leiden so klar angesehen, wenn Sie nicht dort gewesen wären?</strong></p>
<p>Es ist sehr schwierig zu spekulieren. Einfach, weil es ist, wie es ist. Ich habe keine Ahnung, wie mein Leben sich manifestiert hätte, wäre es anders verlaufen. Und ich versuche auch nicht zu spekulieren. Spekulieren ist letzlich nichts als eine große Falle. Alle, die sich für diese sehr direkte Form der buddhistischen Praxis, der Meditation des Straßenretreats, interessieren, versuchen zu kalkulieren, wie es sein wird. Sie versuchen zu verstehen, bevor sie es tun – und benutzen das als Weg, um sich zu entscheiden. Aber all diese Spekulation ist nur durch unsere Konditionierung genährt, die wiederum im Leiden wurzelt. Deshalb können wir vorher überhaupt nicht wissen, wie die Erfahrung selbst sein wird.</p>
<p>Deshalb: Darüber nachzudenken, „wie mein Leben gewesen wäre, wenn&#8230;“ – damit habe ich Jahre zugebracht und habe dadurch  nur mehr Leiden und Ärger geschaffen. Das hat mein Leben in eine Richtung getrieben, die nicht sehr hilfreich war. Deshalb gebe ich nun mein Bestes, nicht in „Was wäre wenn&#8230;“ zu schwelgen.</p>
<p><strong>Ich formuliere es anders. Manchmal, wenn man sehr leidet, kann man nicht mehr vor sich, vor dem eigenen Leiden davon laufen. Das kann ein Wendepunkt sein, an dem man einen wirklich neuen, anderen Weg finden muss. All das, was man bereits versucht hat – vom Einkaufen, bis zum Alkohol – hat nicht genützt&#8230;</strong></p>
<p>Dem stimme ich völlig zu. Was ich als meine Verantwortung sehe, ist die Leidensschwelle für die Menschen zu erhöhen &#8211; damit sie nicht Jahre der Agonie oder diese sehr kritischen Erfahrungen erleben müssen. Damit sie die Chance haben zu sehen, dass sie in eine solche Richtung getrieben werden. Dass sie jetzt schon einen Schritt tun können, statt darauf zu warten, dass sie auf dem Boden sind. Der Punkt in der Disziplinierten Spirituellen Praxis ist es zu verstehen, dass jeder sein Vietnam hat. Jeder von uns. Wir sollten nicht eine Erfahrung mit einer anderen vergleichen, sondern uns einfach fragen: Was ist mein Vietnam? Wenn man dann die Methoden der Disziplinierten Praxis anwendet, wird diese Frage beantwortet.</p>
<p><strong>Sie schreiben über bewusstes Atmen und Gehen. Ist Atmen oder Gehen der Hauptfokus dieser disziplinierten Praxis?</strong></p>
<p>Das gibt den Menschen etwas Greifbares, mit dem sie arbeiten können. So habe ich es gelernt. Wenn ich bewusst mit jedem Atemzug verbunden bin, kann ich nirgends sein als im jetzigen Moment. Denn dieser Moment ist alles, was es gibt. Es gibt keine Vergangenheit, es gibt keine Zukunft. Es gibt nur diesen Moment. Und in genau diesem Moment existieren alle Dinge: Die Vergangenheit ist hier, die Zukunft ist hier, alles ist jetzt anwesend. Ohne die Erdung durch das bewusste Atmen, falle ich da sehr leicht heraus. Ich habe die meiste Zeit entweder damit verbracht, in der Vergangenheit zu leben oder in der Zukunft – und war mir dieses jetzigen Moments völlig unbewusst.</p>
<p>Manchmal, in einem Retreat oder einem Vortrag, frage ich die Leute, was das Wichtigste in ihrem Leben ist. Die Antworten sind ganz verschieden. Am häufigsten höre ich Sachen wie Familie, die Frau, der Mann, die Eltern, Liebe oder Frieden. Ich stelle mich dann vor die Gruppe, nehme meine Brille ab und bitte meine Assistentin, mir von hinten mit der Hand die Nase und den Mund zuzuhalten, so dass ich nicht mehr atmen kann. Sobald ich beginne, Panik zu haben, weil ich nicht mehr atmen kann, schiebe ich ihre Hand weg.</p>
<p>Das ist der Moment, in dem ich frage, was das Wichtigste im Leben ist. Und dann, nach diesem sehr praktischen Beispiel sage ich, dass es ohne eine Einatmung, die von einer Ausatmung gefolgt wird, keine Ehefrau und keinen Ehemann gibt, keine Liebe und keinen Frieden. So bringe ich die Zuhörer wieder in Kontakt damit, wie wichtig jeder Atem ist. Ich frage, wie viel Zeit sie jeden Tag damit verbringen, ganz bewusst zu atmen. Die Antwort ist meist, dass die Leute nicht bewusst atmen. Ich zeige ihnen, wie wichtig bewusstes Atmen als Basis unserer Existenz in dieser Form als Mensch ist. Und von dort baue ich auf. Das ist für mich der Grundstein der spirituellen Praxis.</p>
<p><strong>Sind Sie sich jedes Atemzuges bewusst?</strong></p>
<p>Ich bin mir bewusster. Tatsächlich ist es so, dass ich mir – je bewusster ich meiner Atmung werde – auch immer klarer werde über die Konditionierungen, die mich von meinem Atem entfernen. Die mich immer und immer wieder aus diesem jetzigen Moment herausholen. Ich würde sagen, ich bin weniger leicht abgelenkt. Das Ziel sind nicht 100 Prozent, denn 100 Prozent sind ohnehin willkürlich. Der Punkt ist, sich mit seinem Atem zu verbinden, einfach um sich damit zu verbinden. Durch diesen Prozess können wir sehen, wie abgetrennt wir von uns sind. Und dann können wir beginnen daran zu arbeiten, uns wieder mehr mit uns zu verbinden.</p>
<p><strong>Wenn ich also beginne unbewusst zu sein, wenn ich mich beispielsweise über einen Kollegen ärgere oder starke Gefühle drohen, mich fortzutragen &#8211; sollte ich wieder in den Atem gehen und tief in das Gefühl, in den Ärger hinein?</strong></p>
<p>Dieses Gefühl ist wie eine Meditationsglocke, die uns bewusster zum Atem bringt. Das Atmen ist eine Chance, den Ärger aus verschiedenen Perspektiven anzusehen &#8211; und plötzlich anzufangen, mich zu öffnen. Dann entdecke ich, dass der Mensch, auf den ich sauer bin, nicht der Grund für den Ärger ist. Der Ärger ist meiner. Aber dank dieses Menschen kann ich ansehen, was sich dahinter verbirgt. Der Ärger ist nichts als ein Stein, unter dem sich allerlei verbirgt. Traurigkeit, Verwirrung, Machtlosigkeit – alles Mögliche.</p>
<p>Wenn ich damit weiter arbeite, dann entwickeln sich nach einer Weile daraus andere Dinge. Wir gehen in diesen Prozess, nur um dort hineinzugehen. Ohne Ziel, ohne Ambition. Es gibt nichts zu erreichen. Wir reagieren nicht. Wir haben keine Ablehnung und halten uns an nichts fest &#8211; wir bleiben einfach konstant und sehen, was sich entwickelt.</p>
<p><strong>Gab es solche Steine auch im Straßenretreat?</strong></p>
<p>Ja, absolut. Das war für jeden anders. Für manche waren die Umstände sehr dramatisch, für andere sehr subtil. Beim Betteln entdeckten einige solch einen Stein. Sie stinken, sind unrasiert, ihre Zähne sind nicht geputzt und sie sehen einfach nicht aus, als kämen sie gerade von der Arbeit. Und dann hören sie, Obdachlose – also sie selbst – seien völlig wertlos. Das ist der Moment, so wurde es mir von vielen Teilnehmern beschrieben, in dem sie am liebsten sagen würden: „Moment! Sie verstehen nicht – ich bin Wirklichkeit gar keiner von denen. Ich bin wie Sie!“ Aber sie haben gemerkt, welcher Prozess da ablief; und haben innegehalten. Dieser Prozess kann auf alle erdenkbaren Arten geschehen. Ich würde sagen, dass 99,8 Prozent der Leute, die auf die Straße gehen, diesen Gedanken „Ich bin nicht wirklich einer von denen – ich bin wie Sie!“ mindestens einmal, wenn nicht sogar öfter haben.</p>
<p>So funktioniert Trennung. Trennung und Dualität sind einer der größten Gründe für Leid. Genau hier zeigt sich auch, dass in jedem von uns beides existiert: das Opfer und der Täter, gut und schlecht, positiv und negativ. Wir haben einen aktiven Einfluss darauf, wie wir uns in der Welt darstellen – aber das geht nicht ohne Achtsamkeit.</p>
<p><strong>Was ist der einfachste Weg, diese Achtsamkeit zu erreichen?</strong></p>
<p>Es gibt keinen einfachen Weg, keine Abkürzung. Die meisten Menschen suchen den einfachen Weg. Und es gibt viele, die das gerne ausnutzen. Dann wird aus dem Spirituellen eine Ware, die verkauft werden kann. Aber authentische spirituelle Praxis wird nicht verkauft. Jesus hatte nie die Absicht, dass seine Lehren zu dem würden, wo sie heute sind. Und Buddha betrieb nie die Institutionalisierung seiner Lehren.</p>
<p>In allen Traditionen war das Ziel nie, die Lehren zu institutionalisieren. Das ist eine große Gefahr. Spirituelle Praxis sollte nicht für Profit oder Verdienst genutzt werden. Ich habe meine Praxis nicht begonnen, um Ruhm zu ernten oder viel Geld zu verdienen. Ich denke, es sollte keinen einzigen übergewichtigen Mönch oder Nonne geben.</p>
<p>Klar, es ist ein Teil des Prozesses, dass wir nach diesen Abkürzungen suchen. Aber es gibt sie nicht.</p>
<p>Wenn die Leute beginnen, mit mir zu praktizieren, dann versuche ich zuerst, sie zu einer disziplinierten Praxis zu bewegen. Wenn sie ins Retreat kommen, haben wir einen klaren Ablauf mit drei bis vier Praxis-Zeiten am Tag und verschiedenen Meditationen. All das dient aber nur der Vorbereitung auf das wirkliche Retreat – unser tägliches Leben. Dass alle verstehen, dass Alltag und spirituelle Praxis nicht zwei getrennte Dinge sind, ist mir sehr wichtig.</p>
<p>Dein Arbeitsumfeld ist dein Meditationstempel. Deine Arbeit ist Meditation, Essen zu kochen ist Meditation, wenn ich die Toilette putze, dann ist das Meditation. Wenn ich in den Laden gehe, jede Interaktion mit jemandem. Dieses Interview. Mich mit dieser oder jener Person zu beschäftigen. Zu verstehen, dass jedes Wort, das ich sage, etwas transportiert – eine Wirkung hat, die ich nicht kenne. Ich muss sehr aufmerksam mit meinen Interaktionen sein. Deshalb ist bewusstes Atmen die Wurzel der Meditationspraxis, wie ich sie gelernt habe. Ich habe immer wieder erlebt, wie wichtig das ist.</p>
<p><strong>Hilft Ihnen das, solch schwierige Orte aufzusuchen wie zum Beispiel ein Gefängnis?</strong></p>
<p>Ich glaube, für Menschen mit gewissen Ideen über gewisse Plätze sind das wirklich intensive Orte. Aber für mich ist ein Gefängnis nicht anders als ein Kloster. Mir ist klar, dass die Menschen nicht zufällig dort sind. Aber es ist sehr hilfreich, an solche Orte zu gehen und mich darauf zu konzentrieren, wo ich mit jedem einzelnen der Menschen im Gefängnis einen Verbindung habe – und nicht auf das, was uns unterscheidet.</p>
<p><strong>Dieses Achten auf das Gemeinsame statt auf das Trennende erwähnen Sie immer wieder…</strong></p>
<p>Das war mit das Wichtigste, das mich an der Praxis des Buddhismus angezogen hat: zu versuchen das zu sehen, was uns verbindet; und nicht, das was uns trennt.</p>
<p><strong>Finden Sie diesen gemeinsamen Punkt mit jedem?</strong></p>
<p>Ja.</p>
<p><strong>War es schwer, an diesen Punkt zu kommen?</strong></p>
<p>Nein, für mich nicht. Wirklich nicht. Manchmal gibt es eine Erfahrung, wo ich mich mit dem Einzelnen nicht verbunden fühle. Die Substanz dieser Erfahrung ist nichts, womit ich mich persönlich identifiziere. Dann hoffe ich, dass derjenige, mit dem ich interagiere, mich unterrichten kann. Je offener ich für die anderen bin, desto eher kann ich einen Platz finden, an dem ich beginne zu verstehen, was da ist und wie der Gedankenprozess dahinter funktioniert. Ich kann den ganz besonderen Gesichtspunkt meiner Gesprächspartner verstehen, von dem aus sie das Leben betrachten. Dazu muss ich meine Verteidigung herunter lassen und mein Urteil aufgeben. Ich muss mir erlauben, für alle möglichen Umstände formbar zu sein.</p>
<p align="right"><em>Das Interview führte Judith Becker</em></p>
<p align="right"><strong> </strong></p>
<p style="margin-bottom: 0cm" align="RIGHT">
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		<title>„Die Gedanken machen unglücklich – nicht das Leben selbst“</title>
		<link>http://yogajournal.de/2011/07/26/%e2%80%9edie-gedanken-machen-unglucklich-%e2%80%93-nicht-das-leben-selbst%e2%80%9c/</link>
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		<pubDate>Tue, 26 Jul 2011 11:32:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Yoga-Admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Inspiration]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>

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		<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small;"><em><img class="alignleft size-full wp-image-4093" title="patrick-broome" src="http://yogajournal.de/wp-content/uploads/2011/07/patrick-broome1.jpg" alt="patrick-broome" width="126" height="126" /></em></span><span style="font-size: x-small;"><em>2009  erkrankte Patrick Broome an einer chronischen Leukämie, die ihn  vorübergehend „in seinen Grundfesten erschütterte“. Ist eine Krankheit  ein Hindernis für die spirituelle Entwicklung? Wir sprachen mit dem  bekannten Jivamukti Yogalehrer über die Bedeutung von Gesundheit, über  Psychotherapien und über das, was wirklich im Leben zählt. </em></span>

<span style="font-size: x-small;"> </span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: medium;"><strong> </strong></span><span style="font-size: x-small;"><em>2009 erkrankte Patrick Broome an einer chronischen Leukämie, die ihn vorübergehend „in seinen Grundfesten erschütterte“. Ist eine Krankheit ein Hindernis für die spirituelle Entwicklung? Wir sprachen mit dem bekannten Jivamukti Yogalehrer über die Bedeutung von Gesundheit, über Psychotherapien und über das, was wirklich im Leben zählt.</em></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm">
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;"><em><img class="alignleft size-full wp-image-4093" title="patrick-broome" src="http://yogajournal.de/wp-content/uploads/2011/07/patrick-broome1.jpg" alt="patrick-broome" width="300" height="300" /></em></span><span style="font-size: x-small;"><strong>YOGA JOURNAL: Patrick, vor zwei Jahren erhieltest du die Nachricht, dass du Krebs hast. Unglücklicherweise genau an dem Tag, an dem dein Sohn zur Welt kam. Kam die Diagnose völlig überraschend – ode</strong></span><span style="font-size: x-small;"> </span><span style="font-size: x-small;"><strong>r hatte sie sich vorher angekündigt?</strong></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;"> </span><span style="font-size: x-small;">PATRICK BROOME: Die endgültige Diagnose erhielt ich am 6. August 2009, als ich zwischen zwei Wehen meiner Frau kurz aus dem Kreißsaal gegangen bin, um meinen Arzt zurückzurufen. Der Verdacht wurde aber bereits vor zwölf Jahren geäußert. Da wurde mir ein Lymphknoten entfernt, in dem ein paar Krebszellen gefunden wurden. Schon seit zehn, 15 Jahren waren meine Lymphknoten angeschwollen. Ich wurde immer schwächer und müder und bekam immer mehr Allergien. Im Nachhinein weiß man, dass das alles bereits Vorboten der Krankheit waren. Eine chronische Leukämie trägt man jahrelang mit sich herum, ohne dass sie ausbricht. In der nächsten Stufe werden die Begleiterscheinungen immer stärker. Dann muss man handeln. </span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;"><strong>Du hast dich einer Chemotherapie unterzogen…</strong></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;">Ja. Ein Arzt hat zu mir gesagt, eine Chemotherapie wirkt wie ein Tsunami. Der spült einmal durch den Körper durch und alles, was im Weg ist, wird platt gemacht. Diese Chemotherapie tötet wunderbar die Krebszellen ab. Die Krankheit ist nun verschwunden, die Ursache jedoch noch nicht behoben. Die versuche ich jetzt in intensiver Zusammenarbeit mit einem  Homöopathen und einem Psychotherapeuten zu finden. Ich glaube, ich bin auf einem ganz guten Weg dahin.</span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;"><strong>Ist eine Krankheit ein Hindernis auf dem Weg zur spirituellen Erleuchtung?</strong></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;">Patanjali nennt in den Yoga Sutren eine Reihe von Hindernissen, die sogenannten Antarayas. Trägheit gehört dazu, auch Faulheit, kein Vertrauen und eben auch Krankheiten. Weil sie die Konzentration von dem Konzentrationsobjekt wegziehen und nur auf den Körper richten. Aber nicht jede Krankheit muss ein Hindernis werden… </span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;"><strong>Warum nicht?</strong></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;">Wenn ich mir die Biographien großer Yogis anschaue, sehe ich, dass viele sehr krank waren, sogar ziemlich bösartige Krankheiten hatten. Und dennoch waren etliche von ihnen schon sehr weit auf ihrem Weg. Es ist immer eine Frage der Identifikation. Ich kann sagen: Ich bin der Krebs, die Tuberkulose oder die Malaria. Oder ich kann sagen, ich bin ein Organismus, der ganz passabel funktioniert, nur einem Teil von mir geht es gerade nicht so gut. Dann hat die Krankheit nicht mehr so einen Allmachtsgriff auf mich. Aber wenn sie neu ist, vereinnahmt sie erstmal jeden. Die Aufgabe besteht darin, die Krankheit zu kontrollieren. Und das mache ich jetzt. Aber ich weiß auch, dass diese Krankheit nicht nur ein Hindernis war, sondern auch ein ganz, ganz großer Lehrer. </span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;"><strong>Was hast du durch die Krankheit gelernt?</strong></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;">Ich bin wesentlich geduldiger und ruhiger geworden. Früher wollte ich lieber allein sein, heute genieße ich es, am Leben teilzuhaben. Die Hauptlektion habe ich während der Chemotherapie gelernt. Das ist eine Behandlung, die dich mehrfach im Jahr komplett auseinandernimmt, geradezu zerstört. Und dann findet eine Art Wiedergeburt statt, deine Kräfte erholen sich wieder und du merkst, dass etwas Neues entsteht – bis zur nächsten Behandlung. Da geht alles wieder von vorne los. Dieses Vertrauen in den Zyklus aus Werden, Wachsen und Vergehen war mir die wichtigste Lehre. Guru brahma, guru vishnu, guru devo maheshvara. Es gibt nichts, was die Erfahrungen des Lebens so gut beschreibt wie dieses Mantra. </span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;"><strong>In der Zeit, als die Leukämie ausgebrochen ist, kam bei dir einiges zusammen. Du hattest Schulden, dich von deinen Geschäftspartnern getrennt, solltest bald Vater werden… Glaubst du, all diese Umstände waren auch verantwortlich dafür, dass du krank wurdest?</strong></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;">Bestimmt war der Organismus insgesamt geschwächt, so dass er vielleicht die Krankheit, die er vorher noch kontrollieren konnte, plötzlich nicht mehr im Griff hatte. Vielleicht war er auch einfach nur erschöpft, unabhängig von dem, was zu jener Zeit alles los war. Ich befand mich an einem Punkt, an dem ich Dinge ändern wollte. Und die Krankheit hat meinen Mut, dies auch tatsächlich zu tun, bestärkt. Ich habe mir gesagt, wenn ich nun schon nicht mehr lange zu leben habe, dann will ich wenigstens so leben, wie ich es mir vorstelle. Dann möchte ich mich nicht mehr mit Geschäftspartnern streiten oder Yogacenter am Leben erhalten, die eigentlich tot sind, wie in Berlin. Dann will ich mich auf wichtigere Dinge konzentrieren. Auf meine Freiheit. Und auf meine Familie.</span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;"><strong>Hast du in deinem Leben etwas durch die Krankheit geändert?</strong></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;">Am Anfang fand ich das alles total ungerecht: Warum werde ausgerechnet ich jetzt krank? Ich lebe von klein auf vegetarisch, habe nie viel Alkohol getrunken oder viel Drogen genommen. Ich habe schon immer gesund gelebt, viel Kampfsport gemacht, später Yoga. Darum konnte ich gar nicht so viel ändern. Ich konnte ja nicht mit Yoga anfangen, mit Entspannung, mit Meditation oder bewusster Ernährung&#8230; Das war ja alles schon immer Bestandteil meines Lebens. </span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;"><strong>Hat sich deine Yogapraxis verändert?</strong></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;">Körperlich ja. Ich kann keine Power-Vinyasa-Stunden mehr mitmachen. Dafür fehlt mir einfach die Kraft. Meine eigene Praxis ist wesentlich ruhiger geworden. Außerdem meditiere ich nach wie vor regelmäßig. Meditation ist immer gut. </span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;"><strong>Warst du enttäuscht, dass Yoga dir nicht mehr bieten konnte?</strong></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;">Nein, ich habe Yoga schon immer als Instrument verstanden, um den Geist zu beruhigen, nicht so sehr um den Körper zu heilen. Darum habe ich auch nicht erwartet, dass es eine Wunderasana gibt, die den Krebs verschwinden lässt. Es ist unseriös, wenn Leute das behaupten. Aber ich war froh, dass es Yoga gab, sonst wäre ich vielleicht in jener Zeit durchgedreht. </span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;"><strong>Hast du eine Antwort für dich gefunden, warum dir all das passiert ist?</strong></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;">Ich kann es nicht sicher sagen. Mir fällt nur auf, dass viele meiner Krankheiten Reaktionen auf die Umwelt waren, die mein Körper als bedrohlich erachtete. Heuschnupfen, Allergie, Leukämie, Asthma&#8230; Vielleicht hängen diese Krankheiten damit zusammen, dass ich mich von anderen abschotten wollte. Ich weiß es nicht. </span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;"><strong>Manche Leute sagen „Hauptsache gesund“.  Ist Gesundheit wirklich das Wichtigste im Leben?</strong></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;">Wenn jemand glücklich ist, weil er gesund ist, dann freue ich mich für ihn. Aber ich halte es für eine unglaubliche Arroganz eines Gesunden allen Kranken gegenüber, wenn er behauptet, dass man nur glücklich sein kann, wenn man gesund ist. Ich kenne so viele Menschen mit enormsten körperlichen Beeinträchtigungen aller Art, und teilweise leben sie glücklicher und bewusster als die sogenannten Gesunden, die ich in meinem Leben getroffen habe. Hauptsache gesund – das klingt für mich wie eine platte Oma-Weisheit. Sie enthält eine gewisse Wahrheit, aber man sollte sie auch hinterfragen. Ich denke, Gesundheit kann schon einen Teil ausmachen, um glücklich zu sein, aber es ist keine Bedingung. </span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;"><strong>Was macht deiner Meinung nach glücklich?</strong></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;">Es ist gar nicht das Ziel, glücklich zu sein, sondern zufrieden mit dem, was man hat. Mit dem Körper, den man hat, den Gedanken, die man hat, den Ängsten, die man hat&#8230; Glück heißt für mich, mit sich und der Welt im Reinen zu sein. Eine wirkliche Zufriedenheit und Frieden mit dem, was ist – das ist Satchidananda, die Glückseligkeit, von der die alten Yogaschriften sprechen. </span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;"><strong>Bestimmt kommt häufiger mal jemand in einer Lebenskrise zu dir und fragt dich nach Rat. Was sagst du ihm? </strong></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;">Das kommt tatsächlich immer wieder vor. Ich empfehle ihm, die Verantwortung für sein Leben wieder zu übernehmen und vor allem eine Psychotherapie zu beginnen, um zu sehen, welche Gedanken einen da unglücklich machen. Es sind immer die Gedanken, die einen unglücklich machen, nicht das Leben selbst. </span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;"><strong>Ergänzt eine Psychotherapie die Yogapraxis besonders gut?</strong></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;">Für mich ist jede spirituelle Entwicklung ohne Psychotherapie ein Schuss in den Ofen. Sonst lässt du die ganzen Schatten, die du mitbringst, den ganzen Müll auf deiner Yogamatte raus und wühlst dich darin – aber Yoga hilft dir hier auch nicht weiter. Ich kenne Leute, die seit 40, 50 Jahren Yoga machen, aber nicht bereit sind, sich ihren Schatten zu stellen. Und es ändert sich gar nichts bei denen. </span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;"><strong>Kann man sich nicht auch selbst mit seinen Schatten, seinen Prägungen auseinandersetzen?</strong></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;">Du kriegst sie im Yoga um die Ohren gehauen, aber du brauchst einen Profi, um dich darüber auszutauschen. </span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;"><strong>Und sogar du brauchst einen Profi, obwohl du selbst promovierter Psychologe bist?</strong></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;">Natürlich. Der Zahnarzt kann sich auch nicht selbst seinen Backenzahn behandeln. Jeder Psychologe braucht auch einen Spiegel. Das muss kein Therapeut sein. Es kann auch ein weiser Ratgeber sein. Die Gurus früher waren nichts anderes als Psychotherapeuten, die lange mit dir gelebt und sich intensiv mit dir auseinandergesetzt haben. Das gibt es bei uns nicht. Du gehst jetzt anderthalb Stunden ins Yogacenter, setzt dort dein bestes Gesicht auf, gehst raus und trittst den nächsten Hund um die Ecke, weil du die Energie, die in dir hochgekommen ist, irgendwie verarbeiten musst. Allein kommst du schwer aus dem Sumpf raus. Wenn du jedoch einen Partner hast, mit dem du dich austauschen kannst, kann sich das enorm auf deine spirituelle Entwicklung auswirken. Es muss kein Psychotherapeut sein. Es kann jeder sein, der ein bisschen was davon versteht, wie der Mensch funktioniert. Es gibt großartige spirituelle Meister in der katholischen und evangelischen Kirche, die dich begleiten können. Seelsorger heißen sie so schön. </span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;"><strong>Man sagt ja auch, dass ein starker Glaube helfen kann, Krankheiten zu überwinden. </strong></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;">Meine 80-jährige Tante hat nur zweimal in ihrem Leben einen Arzt besucht. Sonst hat sie immer, wenn sie krank oder traurig war oder nicht wusste, wie es weitergehen soll, ihre Bibel aufgeschlagen und dort eine Antwort gefunden. Ein gefestigter Glaube schenkt einem Gelassenheit. Dann kannst du Schmerzen erdulden, ohne auszuflippen und Gott und die Welt und andere dafür verantwortlich zu machen. Wenn du den Glauben hast, dass es eine gewisse Ordnung in der Natur gibt, dann akzeptierst du die Dinge leichter. Es nützt ja nichts, wenn man hadert, dass man nicht den superbeweglichen Körper fürs Yoga bekommen hat. Es geht immer darum, mit dem zu arbeiten, was da ist. Und wenn der Körper krank ist, ist er eben krank. Ich kann nicht sagen, dass mein Glaube mich geheilt hat, aber er hat mich durch viele Krankheiten, die ich hatte, getragen. Jetzt bin ich hier, und es geht mir eigentlich ziemlich gut. </span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm">
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;"><em>Das Interview führte Silvia Schaub. </em></span></p>
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		<title>Titelthema Glück – Dorka Gryllus über künstlerische Freiheit</title>
		<link>http://yogajournal.de/2011/06/21/dorkagryllus/</link>
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		<pubDate>Tue, 21 Jun 2011 10:05:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Yoga-Admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>

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		<description><![CDATA[<strong><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-3935" title="Dorka Gryllus Bild" src="http://yogajournal.de/wp-content/uploads/2011/06/Dorka-Gryllus-Bild-150x150.jpg" alt="Dorka Gryllus Bild" width="138" height="130" /></strong>

<strong>Die S</strong><strong>ch</strong><strong>a</strong><strong>u</strong><strong>sp</strong><strong>ie</strong><strong>ler</strong><strong>i</strong><strong>n Dorka Gryllus wuchs in Budapest auf. Dort </strong><strong>besuchte sie die Schauspielschule und arbeitete als Film- und Theaterschauspielerin. Ende der 90er Jahre entschied sie sich aus beruflichen und persönlichen Gründen nach Deutschland zu ziehen. Welche Rolle Freiheit und Heimat für das Lebensglück der 38-jährigen spielen, erzählt sie hier…</strong>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img class="alignleft size-medium wp-image-3935" title="Dorka Gryllus Bild" src="http://yogajournal.de/wp-content/uploads/2011/06/Dorka-Gryllus-Bild-298x300.jpg" alt="Dorka Gryllus Bild" width="298" height="300" /><br />
Die Schauspielerin Dorka Gryllus (&#8221;Soul Kitchen&#8221;, &#8220;Schicksalsjahre&#8221;) wuchs in Budapest, Ungarn, auf. Dort besuchte sie die Schauspielschule und arbeitete als Film- und Theaterschauspielerin. Ende der 90er Jahre entschied sie sich aus beruflichen und persönlichen Gründen nach Deutschland zu ziehen, wo sie bereits einen Film gedreht hatte. Welche Rolle Freiheit und Heimat für das Lebensglück der 38-jährigen spielen, erzählt sie hier…</strong></p>
<p>&#8220;In der Kunst ist Freiheit das Allerwichtigste. Ich wurde in Ungarn geboren – ein Land, wo man zu Zeiten des Kommunismus nicht immer sagen durfte, was man denkt. Für einen Künstler ist es schrecklich, wenn seine Möglichkeiten beschränkt sind. Meine Mutter ist Regisseurin. Sie macht bis heute jeden Morgen eine halbe Stunde Yoga &#8211; zum einen, weil es ihrem Rücken gut tut und ihre chronischen Schmerzen dadurch komplett verschwunden sind. Zum anderen half und hilft Yoga ihr aber auch, sich eine innere Freiheit und Unabhängigkeit zu bewahren. Auch ich praktiziere Yoga seit ich acht Jahre alt bin. Nicht regelmäßig &#8211; in meinem Leben gibt es eigentlich keine Regelmäßigkeiten, denn ich bin viel mit meiner Band rotfront unterwegs oder drehe -, aber es tut mir und meiner Seele einfach gut.</p>
<p>Es gibt auch heute noch einige Dinge in Ungarn, mit denen ich nicht einverstanden bin. Heute hat man allerdings &#8211; im Gegensatz zu früher &#8211; die Freiheit, dagegen zu protestieren. Ungarn ist ein kleines Land und man hat vor allem in der Filmbranche dort nicht so viele Möglichkeiten. Das liegt daran, dass die Sprache nicht so verbreitet ist wie etwa die deutsche. Es werden zwar tolle Sachen produziert, aber eben nicht besonders viel. Vor ein paar Jahren hatte ich eine schwierige Zeit. Da ich schon einen Film in Deutschland gedreht und deutsch gelernt hatte, ging ich nach Berlin. Inzwischen liebe ich die Stadt. Dort leben Menschen aus allen Ecken der Welt. Es ist eine freundliche, freie Stadt, die sehr offen ist für andere Kulturen. Trotzdem bleibt Ungarn immer meine Heimat. Ich fahre oft dorthin, auch weil meine Familie dort lebt. Wenn dort etwas schief geht, berührt mich das viel mehr, als wenn in Deutschland etwas schief geht. Eine Mutter kann man sich nicht aussuchen, eine Frau schon. Ungarn ist meine Mutter, Deutschland meine Frau. Ich habe in Berlin meine Freiheit und kann meine Kunst ausleben. Das macht mich glücklich.&#8221;</p>
<p>(Protokoll: Simone Schreyer, Foto: Anita Pocsik)</p>
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		<title>Das Glück der Erdung</title>
		<link>http://yogajournal.de/2011/04/18/das-gluck-der-erdung/</link>
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		<pubDate>Mon, 18 Apr 2011 13:21:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Yoga-Admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben]]></category>

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		<description><![CDATA[<strong><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-3863" title="Pferde" src="http://yogajournal.de/wp-content/uploads/2011/04/Pferde-150x150.jpg" alt="Pferde" width="150" height="150" />Verbindu</strong><strong>ng aufnehmen und sich tragen lassen: Yoga und Reiten können sich perfekt ergänzen.</strong>

<em>Von Christ</em><em>ina Raftery </em>

Also gut, dann bin ich heute also einmal Leitstute. Ich muss authentisch handeln und mir durch klar vermittelte Entschlossenheit das Vertrauen eines Lebewesens verdienen, das etwa 600 Kilo schwerer ist als ich.

Was meinen bisherigen Kontakt mit Pferden betrifft, kann man durchaus von der klassischen Variante sprechen: Von etwa acht bis vierzehn Jahren bildeten sie ein Zentrum meines Lebens, mit allem was dazu gehört – von Hufeisen-Bettwäsche über Pferdeposter und Stall ausmisten gegen Reitstunden bis hin zur einschlägigen Mädchenliteratur („Bille und Zottel“).]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img class="alignleft size-full wp-image-3863" title="Pferde" src="http://yogajournal.de/wp-content/uploads/2011/04/Pferde.jpg" alt="Pferde" width="300" height="199" />Verbindung aufnehmen und sich tragen lassen: Yoga und Reiten können sich perfekt ergänzen.</strong></p>
<p><em>Von Christina Raftery </em></p>
<p>Also gut, dann bin ich heute also einmal Leitstute. Ich muss authentisch handeln und mir durch klar vermittelte Entschlossenheit das Vertrauen eines Lebewesens verdienen, das etwa 600 Kilo schwerer ist als ich.</p>
<p>Was meinen bisherigen Kontakt mit Pferden betrifft, kann man durchaus von der klassischen Variante sprechen: Von etwa acht bis vierzehn Jahren bildeten sie ein Zentrum meines Lebens, mit allem was dazu gehört – von Hufeisen-Bettwäsche über Pferdeposter und Stall ausmisten gegen Reitstunden bis hin  zur einschlägigen Mädchenliteratur („Bille und Zottel“). Zu dieser Schwärmerei gehörte – wie ich heute weiß – auch ein Missverständnis über das Reiten: Zu gern überließ ich damals dem Pferd die Initiative und vor allem die Richtung, in die es mich trug. Zu sehr widerstrebten mir die von konventionellen Reitlehrern geforderten Aktionen wie „Hilfengebung“ durch Peitsche, Sporen und insgesamt eher ruppigem Auftreten.</p>
<p>Einen komplett anderen Ansatz verfolgt die Münchner Yogalehrerin Selina Gullery. Die  unter anderem von Shiva Rea und Twee Merrigan ausgebildete gebürtige Irin bietet gemeinsam mit der Reitlehrerin Jeannette Reichert im bayerischen Voralpenland Workshops zum Thema „Yoga und Pferde“ an. Mit romantischer Projektion auf das stärkere Tier oder auch der Auffassung vom Reiten als „Sport“ haben diese Coachings nichts zu tun, eher mit Ausgeglichenheit, Koordination, Konzentration, das Erspüren des eigenen Körpers und die volle Präsenz im Augenblick. Dadurch solle die natürliche Autorität gefördert werden, der das Gegenüber, also das Pferd, freiwillig und gern folgt. Klingt nach Yoga? Nicht zufällig. Also auf zum Workshop auf dem idyllischen Hofgut Schörghof nahe bei Weilheim.</p>
<p>„Das Pferd ist ein Herdentier, genau wie der Mensch“, erklärt Jeannette Reichert, die  Zusatzausbildungen zur Rhetorik-Trainerin und zum Schauspiel-Coach vorweisen kann  und in Bad Wörishofen ihre eigene Reitschule betreibt. Wie in jedem gruppendynamischen Prozess zähle hier die Rangordnung. Oberste „Führungskraft“ in der Pferdeherde sei die Leitstute, die „graue Eminenz, die sich das Vertrauen der anderen verdient und sich bewährt hat.“ Bevor sich der Mensch einem Pferd annähere, sei es interessant herauszufinden, welchen Platz das Tier in der Gruppe einnehme und sich dementsprechend zu ihm in Position zu bringen.</p>
<p>Um eine funktionierende Verbindung zum Pferd aufzubauen, ist es zusätzlich sinnvoll, auch die eigene Mitte zu finden. Beste Gelegenheit hierzu sei laut Reichert die Bodenarbeit, über  die die entscheidende Kontaktaufnahme mit dem Pferd passiere. Deren Kern sei eine nachvollziehbare Autorität, mit der das Pferd geleitet werde. Durch konsequentes Verhalten werde das Tier motiviert, Vertrauen aufzubauen. „Doppeldeutigkeit und Ironie bringen hier nichts, und Unsicherheit verwirrt das Pferd geradezu“, erklärt Jeanette Reichert. Da Pferde Meister im Lesen von Körpersprache seien, müsse das innere Bild des Menschen dem äußeren entsprechen.</p>
<p><strong>Den ganzen Artikel zu &#8220;Yoga und Reiten&#8221; können Sie in unserer Mai/Juni-Ausgabe lesen.</strong></p>
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		<title>&#8220;Natürlich ist das Yoga&#8221;</title>
		<link>http://yogajournal.de/2010/12/20/naturlich-ist-das-yoga/</link>
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		<pubDate>Mon, 20 Dec 2010 10:29:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Yoga-Admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben]]></category>

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		<description><![CDATA[<strong><img class="alignleft" title="Beate Cuson" src="../wp-content/uploads/2010/12/beate_cuson.jpg" alt="beate_cuson" width="200" height="207" /></strong><strong>Feste Formen und Strukturen waren der Flow Yoga-Lehrerin Beate Cuson schon immer fremd. Die Freidenkerin sucht sich ihren eigenen Rhythmus und scheut sich nicht, (Yoga-)Grenzen zu überschreiten.</strong>

<em> Interview: Diana Krebs</em>

<strong> YJ: Immer wieder hört man von Schülern, Yoga hätte sie gefunden und nicht umgekehrt. Kannst du das auch für dich behaupten?</strong>

Beate Cuson: Ja, Yoga kam zu mir, als ich nicht danach gesucht habe. Während meiner Heilpraktiker-Ausbildung begegnete ich einem Gastlehrer, einem faszinierenden alten Mann von 80 Jahren, der mich nachhaltig beeindruckte. Er war Geschäftsmann, hatte mit 60 alles erreicht , verkaufte dann seine Firma und ging nach Indien. 20 Jahre später traf ich ihn als Guru wieder.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img class="alignleft size-full wp-image-3516" title="Beate Cuson" src="http://yogajournal.de/wp-content/uploads/2010/12/beate_cuson.jpg" alt="beate_cuson" width="200" height="207" />Feste Formen und Strukturen waren der Flow Yoga-Lehrerin Beate Cuson schon immer fremd. Die Freidenkerin sucht sich ihren eigenen Rhythmus und scheut sich nicht, (Yoga-)Grenzen zu überschreiten.</strong></p>
<p><em> Interview: Diana Krebs</em></p>
<p><strong> YJ: Immer wieder hört man von Schülern, Yoga hätte sie gefunden und nicht umgekehrt. Kannst du das auch für dich behaupten?</strong></p>
<p>Beate Cuson: Ja, Yoga kam zu mir, als ich nicht danach gesucht habe. Während meiner Heilpraktiker-Ausbildung begegnete ich einem Gastlehrer, einem faszinierenden alten Mann von 80 Jahren, der mich nachhaltig beeindruckte. Er war Geschäftsmann, hatte mit 60 alles erreicht , verkaufte dann seine Firma und ging nach Indien. 20 Jahre später traf ich ihn als Guru wieder.</p>
<p><strong> Welchen Bezug hattest Du damals zum Yoga?</strong></p>
<p>Es gab keine Yoga-Form, die mich wirklich ansprach. Außer Sivananda Yoga kannte ich nur ein paar esoterische Zirkel, in denen ich mich überhaupt nicht wohl fühlte. Als Tänzerin weiß ich, wie ich meinen Körper bewegen muss. Während der Asana-Praxis dachte ich damals oft: Das würde ich so nie machen, das finde ich gefährlich – gerade für unerfahrene Yogis. Sivananda Yoga war mir zu dogmatisch, traditionell hinduistisch und einschränkend. Ich sehe mich selbst als Freigeist.</p>
<p><strong> Als Dich Yoga gefunden hat, gab es einen bestimmten Auslöser, etwa eine Krise oder ein besonders freudiges Ereignis?</strong></p>
<p>Das werde ich häufig gefragt. Aber ich hatte weder eine Krise noch war ich auf der Suche. Zuerst kam ich mit Iyengar Yoga in Berührung. Ich mochte die körperliche Herausforderung und die Genauigkeit. Es war intellektuelles Lernen und die Verkörperung dessen. Aber es war nicht das Richtige für mich. Erst als ich an einer Flow Yoga-Klasse teilnahm, war für mich klar: Das ist es.</p>
<p><strong> Was ist das Besondere am Flow Yoga für dich?</strong></p>
<p>Als Tänzerin und Capoeira-Meisterin hat mich der Flow schon immer begleitet. Im Flow Yoga entdeckte ich die Freude an der Bewegung, am Freigeistigen und Experimentieren. Für den Krieger I gibt es beispielsweise verschiedene Varianten. Früher habe ich mich gescheut, Asanas zu variieren. Kann das noch als klassisches und „wahres“ Yoga gelten, wenn ich mit den Asanas spielerisch umgehe? Dann habe ich die Flow Yoga-Begründerin Shiva Rea kennen gelernt und erlebt: Natürlich ist das noch Yoga.</p>
<p><strong> Du lernst vermutlich täglich Schüler kennen, die das Gefühl haben, Yoga habe sie gefunden. Spielten dabei Umbruchphasen eine Rolle?</strong></p>
<p>Ich glaube, in dieser Hinsicht hat sich etwas geändert. Früher habe ich oft gehört, Verletzungen, Krisen oder ein Todesfall seien die Auslöser dafür, sich auf die Suche zu machen. Das Ziel war damals, einen Meister oder Lehrer zu finden. Als ich vor zwölf Jahren mein Studio eröffnete, war Yoga beinahe noch verschrien. Wenn ich auf einer Party erzählte, ich sei Yoga-Lehrerin, reagierten die meisten naserümpfend mit einem „Aha, ja. Ok.“ Wenn ich dagegen Tänzerin als Beruf angab, war das aufregender. Mittlerweile ist Yoga unglaublich populär geworden. Wenn ich heute von meinem Job als Yoga-Lehrerin erzähle, höre ich oft: Das will ich auch werden. Yoga zu praktizieren, gehört fast schon zum guten Ton. Insofern glaube ich, dass heutzutage Sinnkrisen weniger ausschlaggebend für Yoga-Einsteiger sind. Häufig ist es auch der Ratschlag vom Arzt oder Physiotherapeuten, der Anfänger in ein Studio treibt.</p>
<p><strong>Hast Du das Gefühl, Yoga könnte Dich irgendwann einmal verlassen?</strong></p>
<p>Das weiß ich nicht, aber es ist möglich. Die Asanas sind mir beispielsweise nicht mehr so wichtig wie zu Beginn – wobei Yoga nicht nur körperliche Übungs-Praxis bedeutet. Vielmehr haben sich meine Interessen verschoben: In den ersten Jahren hat mich beispielsweise die Philosophie nicht so sehr gefesselt; die Asanas dagegen schon. Ich war schließlich Tänzerin und wollte mich bewegen. Das Interesse an der Philosophie hat sich erst mit den Jahren entwickelt. Hier kommt mein Freigeist wieder ins Spiel: Es gibt für mich nicht nur diesen einen Weg oder nur die Asanas. Die körperliche Komponente ist zwar mittlerweile ein wenig in den Hintergrund gerückt, dafür sind mir andere Yoga-Aspekte wichtiger geworden.</p>
<p><em> Beate Cuson ist Tänzerin, Capoeira-Meisterin und Besitzerin einer der ersten Berliner Yoga-Schulen. Die Leiterin des „Moveo Yoga Studio“ bietet vom 1. bis 10. März 2011 ein Flow Yoga Retreat in Goa/ Indien an. <a href="http://www.moveoberlin.de" target="_blank">www.moveoberlin.de</a></em></p>
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		<title>Ausrichtung und Freude</title>
		<link>http://yogajournal.de/2010/10/25/ausrichtung-und-freude/</link>
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		<pubDate>Mon, 25 Oct 2010 11:34:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Yoga-Admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben]]></category>

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		<description><![CDATA[<em> </em>

<em><img class="alignleft" title="Lalla und Vilas" src="../wp-content/uploads/2010/10/Lalla_Vilas1.jpg" alt="Lalla und Vilas" width="180" height="270" /></em><strong>Seit 2004 bieten Vilas und Lalleshvari in Berlin Yoga für moderne Stadtbewohner. Ihr City Yoga ist das einzige lizenzierte Anusara-Yogastudio im deutschsprachigen Raum und in Europa. YOGA JOURNAL sprach mit den engen Schülern von John Friend über Schlüsselerlebnisse auf ihrem Weg.</strong><em>
</em>

<em> </em>

<em>YOGA JOURNAL: Wie seid ihr zum Yoga gekommen und seit wann praktiziert ihr?
</em>Lalla: Ich übe seit 1995 und bin durch ein Buch zum Yoga gekommen, das eine Bekannte bei uns im Gästezimmer liegen gelassen hat. Es hieß in etwa „Das große Yogabuch“, allerdings erinnere ich mich nicht mehr an den genauen Titel. Ich habe meine Bekannte angerufen und ihr gesagt, dass ich es ihr nachschicken werde. Sie meinte: „Lass mal, behalt's, wer weiss...?“]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong><img class="alignleft size-full wp-image-2766" title="Lalla und Vilas" src="http://yogajournal.de/wp-content/uploads/2010/10/Lalla_Vilas.jpg" alt="Lalla und Vilas" width="200" height="300" />Seit 2004 bieten Vilas und Lalleshvari in Berlin Yoga für moderne Stadtbewohner. Ihr City Yoga ist das einzige lizenzierte Anusara-Yogastudio im deutschsprachigen Raum und in Europa. YOGA JOURNAL sprach mit den engen Schülern von John Friend über Schlüsselerlebnisse auf ihrem Weg.</strong></em></p>
<p><em>Interview: Silvio Fritzsche</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>YOGA JOURNAL: Wie seid ihr zum Yoga gekommen und seit wann praktiziert ihr?</em></p>
<p>Lalla: Ich übe seit 1995 und bin durch ein Buch zum Yoga gekommen, das eine Bekannte bei uns im Gästezimmer liegen gelassen hat. Es hieß in etwa „Das große Yogabuch“, allerdings erinnere ich mich nicht mehr an den genauen Titel. Ich habe meine Bekannte angerufen und ihr gesagt, dass ich es ihr nachschicken werde. Sie meinte: „Lass mal, behalt&#8217;s, wer weiss&#8230;?“</p>
<p>Vilas: Ich bin durch Lalla zum Yoga gekommen, und weil sie mich nicht in Ruhe hat frühstücken lassen…. (lacht). Ich wollte mich mit Lalla in Los Angeles zum Frühstücken treffen. Nebenan war ein Yogastudio. Sie sagte: „Warum kommst du nicht mit ins Yogastudio und wir frühstücken danach?“ Dort habe ich zum ersten Mal eine Anusara-Lehrerin getroffen, die mich sehr faszinierte. Ich dachte, wenn das Yoga ist und so unterrichtet wird, könnte ich mir vorstellen, so Yoga zu praktizieren. Die Lehrerin hieß Tara Judelle. Später nach meiner schweren Verletzung habe ich mich an diese Lehrerin erinnert. Mit der Suche nach ihr begann meine intensive Yogapraxis.</p>
<p>Welchen Yoga-Stil übt bzw. unterrichtet ihr und warum gerade diesen?</p>
<p>Lalla: Wir praktizieren Anusara Yoga. Es ist die intelligente Herangehensweise an eine intensive Yogapraxis; die Erkenntnis, dass es Yoga für einen weniger beweglichen oft auch schwereren, weniger flexiblen westlichen Körper geben muss. Wichtig sind auch die wunderbaren Ausrichtungsprinzipien und die freudige Herangehensweise. Anusara Yoga ist nicht dogmatisierend, sondern sehr frei. Die Erkenntnis, dass alles in uns steckt und durch Yoga herauskommen darf.</p>
<p>Vilas: Für mich ist es die Lebensfreude: Dies trifft sich mit meinem Naturell, „Ja“ zum Leben zu sagen. Darüber hinaus fasziniert mich die großartige Shiva-Shakti Philosophie, die eine Lebensform schafft, die wir täglich kultivieren und intensiv leben.</p>
<p><em>Was war euer schönstes Yoga-Erlebnis, zum Beispiel während eines Retreats, einer Ausbildung, im Unterricht…?</em></p>
<p>Vilas: Die schönste Yoga Erfahrung ist die regelmäßige tägliche Praxis mit Lalla. Sie ist immer da. Wir wachsen täglich, wir erfahren täglich etwas Neues, was uns erfüllt. Wir machen jeden Tag neue verrückte, inspirierende Sachen, die uns bereichern und weiter bringen. Das ist das Herausragendste. Wenn man eine Person nennen will, dann war es diese erste, oben beschriebene, Yoga Erfahrung mit Tara Judelle.</p>
<p>Lalla: Ich kann mich dem nur anschließen. Ich habe kein spezielles Highlight. Für mich ist es die Summe aller Erfahrungen, die das ganz Große bringt.</p>
<p><em>Wenn ihr neben einem “Promi” Yoga üben dürftet: Neben welcher Person würdet ihr eure Matte ausrollen und warum gerade diese Person?</em></p>
<p>Lalla: Ich hatte eine Erfahrung in einem Teachertraining. Mary Romeu hat uns nur 20 Minuten unterrichtet. Es war so kraftvoll, dass ich mir gewünscht hätte, sie wäre neben mir. Es war eine sehr erkenntnisreiche Erfahrung, wenn nicht sogar erleuchtend. Ich habe sie sehr nahe gespürt.</p>
<p>Vilas: Für mich war Mary ebenfalls eine Schlüsselerfahrung als Lehrerin. Es ist eine Lehrerin, die ich noch immer in mir trage, wenn ich praktiziere. Sie ist mir auch sehr tief verbunden, da ich durch sie meinen yogischen Namen erhalten habe. Es ist auch eine ganz besondere Erfahrung, wenn ich mit John Friend zusammenarbeite und unterrichte. Wir arbeiten wunderbar im Team: Er spricht Englisch, ich spreche deutsch – das ist wie ein Tandem. Von dieser Zusammenarbeit, jetzt gerade wieder in Berlin, lerne ich sehr viel. Um auf die Frage nach dem Promi einzugehen, das interessiert mich nicht. Sind wir nicht alle gleich?</p>
<p><em>Silvio Fritzsche ist Yogalehrer in Chemnitz und kann inzwischen auf eine 12jährige Yogapraxis zurückblicken. Er organisiert Yogareisen und betreibt den Yogablog <a href="http://www.yogabasics.de" target="_blank">www.yogabasics.de</a>. Dort kann man sich auch sein 108-seitiges eBook „Yogabasics @ Home“ kostenlos downloaden.</em></p>
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