7 Dinge, die Du als Yogalehrer wissen musst – und nicht in Deiner Ausbildung lernst

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Die Yogalehrerausbildung ist kein Zuckerschlecken – Dir wird einiges abverlangt und es gibt viel zu lernen.  Wir möchten dir deshalb ein paar Tipps an die Hand geben, die es sich als Yogalehrer zu wissen lohnt, aber oftmals nicht Bestandteil des Lehrplans bei der Yogalehrerausbildung sind.

  1. Wichtig ist, wer Du bist, nicht was Du weißt
    Denkst Du manchmal, dass Du nicht genug weißt, um Yoga unterrichten zu können? Deine Schüler kommen zu Dir, weil sie durch Dein Beispiel inspiriert werden wollen. Es geht nicht darum, was Du weißt, sondern wer Du bist. Sie wollen von Dir nicht die tiefgründigste Erläuterung zu Patanjalis Yoga Sutren hören, sondern sie wollen oftmals nur wissen, wie Yoga DEIN Leben verändert hat.
  1. Lieber authentisch als perfekt
    Durch den Kontakt mit Yoga entwickelst Du möglicherweise allerlei Idealvorstellungen eines yogischen Lebens: Vegane Ernährung, jeden Tag eine Stunde auf der Matte üben und so einiges mehr. Doch ganz ehrlich: Ständig Licht und Liebe sein müssen, kann einem ganz schön auf den Keks gehen. Wenn Du wütend bist, kehr Deine Wut nicht unter den Teppich. Und Du musst Deinen Schülern auch nicht vorspielen, perfekter zu sein als Du eigentlich bist. Stark ist, wer selbstbewusst zu seinen menschlichen Macken steht.
  1. Vorbereitung ist gut, Spontanität ist besser
    Hast Du Dir auch schon einmal die perfekte Yoga-Stunde überlegt und am Ende kam alles ganz anders? Ein guter Lehrer ist spontan und in der Lage auf die Bedürfnisse der Gruppe oder einzelner Schüler einzugehen. Klar, Vorbereitung gibt Sicherheit. Souverän ist jedoch, wer sich auch manchmal traut, den Kopf auszuschalten und einfach aus dem Herzen zu sprechen.
  1. Alles, was Du nicht erlebt hast, ist geborgtes Wissen
    Für mich persönlich ist nichts langweiliger als eine zehnminütige Geschichte, die ein Yogalehrer aus einem Buch vorliest oder ein Talk, in dem ein Lehrer darüber erzählt, was er gelesen oder von jemand anders gehört hat. Yoga ist Erfahrung, geborgtes Wissen dagegen wertlos! Unterrichte nur, was Du persönlich verstanden, erlebt und durchdrungen hast und lasse den Rest einfach weg.
  1. Übung macht den Meister
    Ein guter Lehrer wirst Du durchs Unterrichten und Deine eigene Praxis. Die Ausbildung kann Dich auf diesen Schritt vorbereiten, doch es macht keinen Sinn allzu lange zögern, noch mehr Bücher zu lesen oder Zusatzausbildungen zu machen. Anzufangen zu unterrichten ist ein Sprung ins kalte Wasser – aber einer, der sich lohnt und Freude macht.
  1. Um mit Yoga Geld zu verdienen, reicht es nicht aus, ein guter Lehrer zu sein
    Wenn Du Yoga zu Deinem Beruf machen möchtest, hast Du bald zwei Jobs. Du bist Yogalehrer und gleichzeitig selbstständiger Unternehmer. Der zweite Job ist bei den meisten Yogalehrern nicht sonderlich beliebt. Doch wenn Du wirklich von Yoga leben möchtest, komm von Deinem Selbstverwirklungstrip runter und begreif dich als Dienstleister. Das Wort Dienstleistung kommt von Dienen. Also fang an, Deinen Schülern zuzuhören und mit ihnen zu kommunizieren – beispielsweise mit Hilfe eines durchdachten Marketings.
  1. Mach mal Pause – auch wenn es Spaß macht
    Yoga zu unterrichten ist eine Arbeit, die Freude macht. Soviel Freude, dass Du vor Begeisterung vielleicht leicht mal vergisst, Dir selbst eine Auszeit zu gönnen. Doch wer viel Geben möchte, sollte sich selbst auch genügend Aufmerksamkeit und Achtsamkeit gegenüberbringen. Ausreichend Pausen für Dich und Deine eigene Praxis helfend Dir, fit und inspiriert zu bleiben!

tobias_frank_yogaTobias arbeitet als Yogalehrer, Bodyworker und Trainer für Thai Yoga und Flying Bodywork. Er schreibt als freier Autor für das Yoga Journal und seinen eigenen Thai Yoga Blog. Mehr über Tobias unter: www.thaiyoga.de.

Autorenfoto: Nicole Wahl
Beitragsbild: Jelena Lieberberg auf den Munich Sessions, Fotographie von Stefanie Kissner