4 Gesundheits-Tipps: Mit Ayurveda durch die Erkältungszeit

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Auch während der klassischen Erkältungszeit hält die über 5000 Jahre alte Lehre des Ayurveda einige bewährte Mittel bereit, um das Wohlbefinden zu stärken und Krankheiten vorzubeugen. Dieses ganzheitliche System geht davon aus, dass alle Menschen drei individuell unterschiedlich ausbalancierte Energietypen, genannt Doshas, in sich tragen: das luftige Vata, das feurige Pitta und das erdige Kapha. Durch die abwechselnd kalte und heizungstrockene Luft im Herbst und Winter neigt man zu einem Übermaß an Vata, was das Immunsystem schwächen und anfällig für Viren machen kann. „Wenn die Schleimhäute austrocknen, produziert der Körper eine ‚Gegenflüssigkeit‘ – das Ergebnis ist eine laufende Nase. In diesem Umfeld fühlen sich Mikroorganismen, die sonst für eine gesunde Atmung sorgen, nicht wohl. Dadurch entsteht ein Nährboden für Erkältungen und Grippe“, erklärt der Ayurveda-Spezialist John Douillard.

  1. Geschmeidige Nebenhöhlen
    Damit überschüssiges Vata die Nasengänge nicht austrocknet, können Sie die ayurvedische Technik des Nasya anwenden und sie mit Sesamöl befeuchten. Larissa Hall Carlson von der amerikanischen „Kripalu School of Ayurveda“ empfiehlt, bei den ersten Anzeichen einer Erkältung das Vata-beruhigende Öl zu erwärmen, indem man es unter einem heißen Wasserstrahl in der Flasche hin- und her bewegt. Anschließend legen Sie sich hin, neigen den Kopf nach hinten und reiben drei bis fünf Tropfen warmes Öl in jedes Nasenloch. Alternativ können Sie Ihren Finger in das Öl tauchen und die Innenseiten der Nasenlöcher damit einreiben.
  2. Reine Lungen
    Eine sanft geübte volle Yogaatmung eignet sich in jeder Phase der Erkältung zur Linderung. Die tiefe Atemtechnik kann sogar schwere Blockaden der Lunge lösen und besänftigt zugleich jenen Teil des Nervensystems, der Stresshormone produziert. Dadurch erfahren Sie tiefe Entspannung, in der Sie sich regenerieren können. Während die erkältungstypische kurze Atmung durch den Mund Stress und Unruhe fördert, atmen Sie bei der vollen Yogaatmung langsam und weich durch die Nase ein. Füllen Sie mit der Luft zunächst die Unterseite Ihrer Lungen in der Nähe des Bauchraums. Anschließend weiten Sie Ihre unteren Rippen und zuletzt den Brustkorb. Atmen Sie dann ohne Pause in umgekehrter Richtung durch die Nasenlöcher aus: Die Luft verlässt den Brustkorb, die Rippen sinken wieder und der Nabel zieht sich nach innen.
  3. Aktives Immunsystem
    Trinken Sie zur Erkältungsvorbeugung täglich eine Tasse Tulsi-Tee, den „heiligen“ Basilikum aus Indien. Wenn Sie bereits husten, schniefen oder gegen Fieber ankämpfen, können es auch bis zu drei Tassen sein. Tulsi reduziert Vata und löst überschüssiges Kapha, das sich als Schleim in Lungen und Nasengängen zeigt. Erwiesen ist außerdem, dass es antibakterielle und Anti-Aging-Wirkstoffe besitzt, die Viren bekämpfen und Stress verringen können.
  4. Weniger Reize
    Gönnen Sie den Sinnen besonders in der Erkältungszeit öfter mal eine Pause. „Viele Menschen erhöhen in den dunklen Wintermonaten den Medienkonsum und überfluten ihren ohnehin Vata-dominierten Geist mit zusätzlicher Information, die verarbeitet werden muss. Das zieht erhebliche Energie von der Viren­bekämpfung ab“, erklärt Larissa Hall Carlson. Statt eines Film- oder Serien-Marathons empfiehlt sie, weniger Zeit vor dem Bildschirm und mehr Zeit in der Stille oder mit Entspannungstechniken wie Yoga Nidra oder regenerativem Yoga zu verbringen.

Tipp: Das Vata-Dosha repräsentiert die Elemente Luft und Äther, die, wenn sie dominant werden, Erkältungen und Grippe verursachen können. Doch wie erkennt man zuviel Vata?

Achten Sie auf diese Zeichen:
❉ Trockenheit der Haut, Haare, Nägel, Lippen und Atemwege
❉ Verstopfung, Blähungen oder Völlegefühl
❉ Schlaflosigkeit
❉ Unruhe und Hyperaktivität
❉ Angst