Berlin 102801
19.02.2010
Der große Plan weiter nach Varanasi und zu weiteren Stätten zu fahren geht nicht ganz auf. Das Dengue-Fieber hat zu viel Schwäche hinterlassen und die Ärzte empfehlen Ruhe bzw. die Rückreise nach Deutschland. Was wir natürlich nicht machen. Aber wir ändern die Reiseroute. Noch ein paar Tage Visak beim Guruji, um noch eine weitere Puja mit zu erleben. Dann geht der Kurs Richtung Thailand, Andaman Sea und volles Auskurieren.
Inzwischen ist das Krankenhaus schon Geschichte und wir haben die Ehre, einer Dattatreya Puja beiwohnen zu dürfen. Eine kurze Darstellung laut Wikipedia: Dattatreya (Sanskrit: दत्तात्रेय, Dattātreya) or Datta is considered by Hindus to be god who is an incarnation of the Divine Trinity Brahma, Vishnu and Shiva. The word Datta means “Given”, Datta is called so because the divine trinity have “given” themselves in the form of a son to the sage couple Atri and Anasuya. He is the son of Atri, hence the name “Atreya.”
In the Nath tradition, Dattatreya is recognized as an Avatar or incarnation of the Lord Shiva and as the Adi-Guru (First Teacher) of the Adinath Sampradaya of the Nathas. Although Dattatreya was at first a “Lord of Yoga” exhibiting distinctly Tantric traits,[citation needed] he was adapted and assimilated into the more ‘devotional’ (Sanskrit: bhakti) Vaishnavite cults; while still worshiped by millions of Hindus, he is approached more as a benevolent god than as a teacher of the highest essence of Indian thought. Dattreya is the author of Tripura Rahasya given to Parsurama, best treatise on Advaita Vedanta.
Diese Puja findet im Haus des Guruji statt, im zentralen Tempelzimmer. Der Altar ist wieder unglaublich schön hergerichtet, Tripura Sundari ist mit prallen Blumengirlanden geschmückt, es duftet nach Incense. Die Ayapa Männer laufen emsig umher und bereiten die Puja bis ins kleinste Detail vor. Wir kennen uns ja von der Haus-Puja und dem Durga-Tempel – so bekommen wir vertraute Blicke von ihnen zugeworfen und warme, einladende Gesten lassen mich schon bevor alles anfängt dahin schmelzen.
Als alle Teilnehmer anscheinend da sind, kommen noch der Guruji und Ama, seine Frau hinzu. Ich habe Videokamera, Fotokamera und das Aufnahmegerät für die Gesänge parat. Es geht los. Der Altar für Datta sieht irgendwie sehr lustig aus, wie viele bunte Zipfelmützen neben- und hintereinander – aber das lässt sich am Besten auf dem Foto wiedergeben. Wieder beginnt die Puja mit endlosen Litaneien, Gesängen, Blütenwürfen und wunderschön anzusehenden rituellen Handlungen. Interessant dieses Mal ist die Ehrung von Guruji, die ein Bestandteil der Zeremonie ist. Seine Füße werden mit Blumen umlegt und schließlich über und über mit Blüten bedeckt, begleitet von Gesängen und Gebeten. Eine herzergreifende Szene voller Hingabe und Liebe der Devotees an ihren Guru. Eine Situationskomik entgeht mir aber auch hier nicht: der Guruji trägt nämlich metallic grün lackierte Fußnägel! (Die Farbe fand seine Enkelin wohl besonders chick!) Seit ich ihm begegnet bin, sind häufig diese kleinen aber sehr lustigen Details aufgetaucht – er ist ein wunderbarer Guru mit viel Humor und einem ausgeprägten Sinn für Unkonventionelles. Grüne Fußnägel sind dabei nur die sehr sichtbaren Späße. Tiefer geht es dann in seinen Lehren und Teachings….
Text+Bild: Eva Maria Moog



