091207, Devipuram
25.01.2010
Wieder um 600h aufstehen, wieder ein Homa. Dieselbe wie gestern, sie findet jeden Morgen um dieselbe Zeit statt. Seit gestern habe ich meine Mantren gelernt, fast jedenfalls. Das Ritual ist etwas vertrauter, ich kann mich noch mehr darauf einlassen. Es hat in der letzten Nacht stark nachgewirkt und ich bin gespannt, was weiter passiert.
Ein Schüler muss die Zeremonie unter den Adleraugen seiner Lehrerin durchführen. Er kommt immer wieder ins Stocken, vergisst Verse und zeigt Unsicherheiten. Seine Lehrerin ist streng und schlägt einige Male verzweifelt die Hände vorm Gesicht zusammen. Irgendwann klingelt ihr Handy und sie verschwindet für den (langen) Rest der Zeremonie. Ein etwas älterer und in den zeremoniellen Abläufen sicherer Inder ist auch dabei. Er übernimmt jetzt die Lehrerrolle. Mit der Zeit kommt alles in Schwung und die Zeremonie rollt fließend durch.
Abends erzählt mir Preehma, die strenge Lehrerin, ihre Geschichte. Sie hat über 20 Jahre in den USA gelebt und ist seit 15 Jahren mit Guruji in engen Kontakt. Seit 2005 lebt sie im Ashram, hat alles hinter sich gelassen und widmet ihr Leben voll und ganz der Spiritualität.



