091205, Rushikonda Beach, Devipuram

13.01.2010

Shri VidyaAuschecken vom Hotel am Rushikonda Beach, wir steuern heute unser erstes großes und ersehntes Ziel an: den ASHRAM DEVIPURAM! 35 Kilometerm außerhalb von Vishakaphatnam gelegen, befindet sich dieser einzigartige Ashram. Zu Ehren Lalitha Tripura Sundaris von Guruji Amrita Ananda in den 80ern erbaut, ist seine Tempelanlage einzigartig. Gegen 12h Mittags kommen wir an. Bekommen sofort ein Zimmer in der „Sri Villa“ vor deren Eingag ein Brunnen in der Form des Bala Yantras steht. Uns wird gesagt, der Guruji erwarte uns, womit wir nicht gerechnet hatten. Wir erreichen sein Haus, vor dem er mit seiner Frau sitzt und uns mit einem einladenden Lächeln empfängt.

Ebenfalls gerade angekommen sind Kathi, Metro und ihre kleine Tochter Yasmine, eine Familie aus Conneticut/USA. Kathi praktiziert in einem verwandten Sri Vidya Tempel in NY und weiß einiges über Devipuram und Guruji zu berichten. Sie führt uns zunächst herum, zeigt uns große Teile der Anlage und erzählt dabei die Entstehungsgeschichte Devipurams. Sie basiert auf einer Vision Gurujis. Wir stehen exakt an der Stelle, wo er 1981 meditierte und an der jetzt das Kamakhya Peetham steht. Eine weitere Tempelanlage gegenüber des Sri Vidya Tempels. Er hatte hier eine Vision, die ihn dazu brachte Devipuram zu bauen: Sie erschien ihm zunächst als Feuerball, woraufhin aus ihm ebenfalls Flammen zu treten schienen und Menschen erschienen, die ihn mit einem Homa (Feuerritual) bedachten. Devi riet ihm, genau unter der Stelle auf der er in seiner Meditation saß, zu graben: Er tat es und zum Vorschein kam ein „Meru“ aus Metall – ein eindeutiges Indiz, dass hier in früheren Zeiten bereits Rituale zu Ehren Devis stattgefunden haben mussten bzw. ein Lalitha Kult aktiv gewesen sein musste. Unter „Meru“ ist hier ein dreidimensionales Sri Yantra zu verstehen. Er vergrub es wieder und baute im folgenden „Kamakhya Peetham“, einen Yoni-Tempel und darüber einen Shiva Layam Tempel. Symbolisch sind es Mutter und Vater aus denen wiederum der Sri Vidya Tempel in Devipuram entstand. Der Shiva Layam Tempel beherbergte vor vielen Jahren einen Riesenlingam, welcher aus einer Yoni hervorkam, sie nicht, wie sonst üblich, penetrierte.

Seine realistische Darstellung und sein symbolischer Gehalt entfachte über 10 Jahre große Aufregung bis ziemlichen Ärger über diese „Obszönität“ unter anderen Hindis und Gläubigen. Nach langen Jahren der Konfrontation hielt es der Guruji nicht mehr aus und eines Tages zerschlug er den Lingam. Im Traum erschien ihm Devi und fragte, was er denn da gemacht habe. Nun müsse er aus den drei Teilen, in die der Lingam zersprungen war, drei neue bauen. Da Devi Gurujis göttliche Anweiserin ist, tat er wie ihm geheißen wurde. Nun gibt es drei Lingams: im Shiva Layam einen in den Boden getriebenen Lingam. Von oben sieht er nun aus wie ein Auge. Versteckt um die Ecke steht ein weiterer, schöner und anspechender Lingam, Anandabairava. Der dritte befindet sich im Devitempel, ragt dort standhaft vor einer Göttin, Sarira Akarshini, in die Höhe. Eine weitere Vision mit Devis Anweisungen führte Guruji weiter und auf Grund dieser Vision baute er schließlich den Sri Vidya Tempel für Devi in Form eines dreidimensionalen Yantras, bewohnt von lebensgroßen, zumeist nackten und mit Schmuck ausgestatteten Devis.

Noch am selben Abend bekommen wir im Tempel unsere erste Lektion. Bevor Amrita Ananda Guruji den Ashram erbaute, war er als promovierter Atomphysiker tätig. Was zur Folge hat, dass wir in unserer Unterweisung zu einen wissenschaftlichen Abstecher in die Quantenmechanik abgeholt wurden. Um schließlich von dort wieder Verknüpfungen und Schnittmengen mit dem Sri Yantra und seinem Aufbau zu erfahren. Raum, Zeit und Masse oder Vishnu (Erhalt), Shiva (Bewegung) und Brahma (Materie). Alles entsteht aus einem Punkt, dem Bindu, im Zentrum des Yantra. Ohne Raum und Zeit ist Materie nicht vorhanden usw-…nur kurze Stichpunkte, sie auszuformulieren ist der Stoff für ein Buch. Nach diesem Exkurs werden uns drei Mantren übertragen und es kommt das Angebot, die nächsten 2-3 Wochen in seiner Nähe zu bleiben und zu lernen! Da gibt es kein Zögern und es ist klar: wir bleiben! Text+Bild: Eva Maria Moog

Yoga Shala